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Thomas Rambauske: Wienerwald-Abenteuer

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Kaiserwinkl
Gehen
soweit der Schnee uns trägt

Alm


Wenn nirgendwo anders Schnee liegt, im Kaiserwinkl in den Chiemgauer Bergen findet man ihn. Wir haben aber noch mehr gefunden – einen Hauch von Freiheit und noch mehr Lebenslust. Denn wir dürfen gehen, soweit der Schnee uns trägt. Und das ist weit, sehr weit!

Von Thomas Rambauske (Text und Bilder)

Kein Schnee weit und breit, Wien, Linz, Salzburg, keine Schneeflocke, dann die Grenze und wenige Minuten vor Kössen – Schnee ...! Echter, weißer, frischer Schnee! Schnee vom Himmel und nicht aus Düsen und Schläuchen. Das nennt man Schneesicherheit! Dazu kommt noch, dass sich die Region Kaiserwinkl in den Chiemgauer Alpen mit seinen weiten, sanftgeneigten Almflächen, seinen Wäldern und nicht allzu schwierigen Gipfelzielen famos fürs Schneeschuhwandern eignen. Also gehen wir, soweit uns der Schnee zu tragen vermag ...

Edernalm – Ottenalm
Gut fürs erste Einfühlen in die Schneelandschaft ist das ehemalige Liftgebiet Staffenberg westlich von Kössen. Die lawinensichere Tour führt über freie, sonnige Flächen und bietet mit der Edern- und Ottenalm zwei gemütliche Einkehrmöglichkeiten.
Von einem der beiden kleinen Parkplätze im Ortsteil Staffen marschieren wir über die Brücke und entlang der Zufahrtsstraße zum Gasthof Staffnerhof. Lärm und Disney-Feeling. Eine winterliche Art "Badewaschl" kommandiert über einen Lautsprecher den Liftbetrieb eines Snowtubing-Betriebes, rügt Fehlverhalten und droht mit der Roten Karte, sollte sich jemand auf seinem Schneereifen  falsch verhalten. Wir kehren dem Trubel schnell den Rücken und stapfen über die stillgelegte Piste Richtung Westen hinauf.
Nach dem ersten Aufschwung kommen wir am ehemaligen Liftgebäude des Staffenberglifts vorbei und queren auch den breiten Winterwanderweg (Weg 24). Ein rauschender Bach verschluckt endgültig die Stimme des Snowtubing-Waschls und kündigt jene Stille an, die wir hier suchen. Es lohnt sich immer wieder, sich umzudrehen, um nach Kössen hinunterzublicken. Nach einer Stunde erreichen wir die bewirtschaftete Edernalm. Von hier zieht ein breiter, leicht ansteigender Winterwanderweg Richtung Südwesten und schließlich über freie Flächen zum Harausattel, von wo wir nach wenigen Minuten die Ottenalm erreichen. Kein Mensch weit und breit, kein Laut zu hören im Abenddämmern. Ja, es ist wunderbar, in dieser Welt aus Weiß und Weite zu stehen und nichts anderes als sich selbst und einen Hauch von Freiheit zu fühlen. Zurück gelangen wir über die Aufstiegsroute oder ab der Edernalm entlang des breiten Winterwanderweges.

Taubenseehütte

Mit der Trapperware am Rucksack starten wir direkt bei der Kirche in Kössen und folgen dem Winterwanderweg 21 auf den Mühlberg. Nach 30 Minuten biegen wir von der Straße auf einen engen Waldweg Richtung Franken- und Rinderbrachalm ab. Achtung: Im sehr steilen Waldgelände können bei ungünstigen Verhältnissen Schneebretter abgehen. Sobald wir den Wald verlassen, betreten wir die Mühlbergalm. TaubenseehütteNun trennen wir uns vom Winterwanderweg und nehmen den 21A Richtung Rindbrach- und Frankenalm. In einer Senke überqueren wir eine schmale Brücke und traversieren dann einen steileren Hang zur Hirzingerhütte. Hierher müssen wir beim Abstieg wieder zurück. Ein steiler, langer Waldweg führt dann in weiteren 25 Minuten zur Taubenseehütte, die seit seit 2007 von Annemaria Fahringer bewirtschaftet wird. Sie mache das im Winter eher als "Beschäftigungstherapie", meint sie, da sich kaum jemand zur Hütte verirre. Von der Terrasse eröffnet sich einen prächtiger Blick über Kössen bis hin zu den Hohen Tauern. Zum Taubensee unterhalb der Rauhen Nadel selbst benötigen wir weitere 10 Minuten. Der kleine, glasige Bergsee genau an der deutsch-österreichischen Grenze wird auch als "Auge des Chiemgaus" bezeichnet. Der Name selbst stammt nicht etwa von Tauben, wie man meinen möchte, sondern von dort lebenden Krebsen, früher "Dauppen bzw. Daupn genannt. Von Krebsen allerdings keine Spur, da wir den See zugefroren vorfinden. 

Taubensee

Nun zur Hierzingerhütte retour, wo wir nicht den Aufstiegsweg nehmen, sondern den Winterwanderweg Nr. 21 über die Ast- und Moosenhütten. Nach einer Stunde treffen wir am Mühlberg wieder auf den Aufstiegsweg und folgen diesem mit Traumausblick aufs Kaisergebirge zum Ortszentrum von Kössen zurück.

Heuberg

Die Königsetappe für Schneeschuhgeher im Kaiserwinkl! Die durchaus alpine und abwechslungsreiche Wanderung auf den exponierten Gipfel des Heubergs führt über wunderschönes Almgelände mit urigen Almhütten.
Der leichte Prolog: Vom Tourengeher-Parkplatz Hochberg etwa 300 m oberhalb des Parkplatzes der Lippenalm (Ortsteil Öd) stapfen wir auf einer Forststraße Richtung Südosten durch beschaulichen Wald bis zu einer beschilderten Wegverzweigung im Erzbachgraben. Während es geradeaus zum Stripsenjoch weiterginge, wenden wir uns nach rechts und steigen über einen steilen Waldweg (Weg 89) zu den freien Wiesen der Gwichtalm.

Brücke

Hier sehen wir rechts vor uns  unser Ziel, den Gipfel des Heubergs, und unter uns den Walchsee. Weiter die Gewichtalm aufwärts zum oberen Waldrand, dann über eine Forststraße und in gleichbleibender Richtung durch Wald zu einer weiteren großen Alm (Bank). Danach verschwinden wir abermals in Wald und steigen bis zum breiten, aussichtsreichen Rücken oberhalb der Wolfingeralm hinauf. Auch hier ein schöner Mix aus Almen und Waldpassagen, allerdings geht es ausnahmslos bergauf. Nun traversieren wir fast eben einen steileren Wiesenhang Richtung Süden und durchqueren ein Waldstück, bis wir zu den freien Wiesen östlich unterhalb der Hageralm gelangen. Hier heißt es wirklich Schluss mit lustig, müssen wir doch steil hinauf bis zur Almhütte der Hageralm (1.371 m). Beeindruckend die Kulisse in diesem Felskessel: links die Ausläufer des Wilden Kaisers, rechts der Heuberg – und vor uns weitere 250 Höhenmeter. Wer auf einen imposanten Tiefblick nach Walchsee hinunter verzichten kann, versäumt nichts, wenn er mit der Hageralpe bewenden lässt. Gipfeljäger müssen sich allerdings durch die weite Mulde sehr steil auf den Heubergsattel (Jöchl) hinaufkämpfen und von dort ebenfalls steil – und  meist schneelos – über den Südrücken auf den Gipfel (1.603 m).

Heuberg

Der Lohn: Tiefblicke auf den Walchsee und Richtung Süden zu den markanten Felsformationen des Wilden Kaisers.

Lage:
Edernalm – Ottenalm
Talort:
Kössen (589 m)
Ausgangspunkt:
Wanderparkplatz (Parkplatz Edernalm) im Ortsteil Staffen (607 m)
Route:
Staffen – Edernalm (903 m) – Harausattel (965 m) – Ottenalm (960 m)
Gesamthöhenmeter:
400
Gesamtgehzeit (in Stunden):
ca. 3
Länge:
6 km
Anforderungen:
sehr leichte Schneeschuhtour über Wiesen ...
Lawinengefahr:
Sehr gering
Einkehrmöglichkeiten:
Gasthof Staffnerhof, Berggasthof Edernalm (www.edernalm.at), Ottenalm (www.ottenalm.at)
Taubensee
Ausgangspunkt:
Kössen (589 m)
Route:
Kössen – Hirzingerhütte – Taubenseehütte (1.165 m) – Taubensee – Hirzingerhütte – Asthütten – Kössen
Gesamthöhenmeter:
700
Gesamtgehzeit (in Stunden):
5,5
Länge:
11 km
Anforderungen:
mittelschwere, lange Tour
Lawinengefahr:
Schneebrettgefahr im Waldabschnitt vor der Mühlbergalm
Einkehrmöglichkeiten:
Taubenseehütte (www.taubensee.at, nur Freitag bis Sonntag)
Heuberg
Ausgangspunkt:
Beim ausgewiesenen Tourengeher-Parkplatz Hochberg (ca. 800 m) etwas oberhalb vom Parkplatz der Lippenalm (Öd)
Route:
Hochberg – Wolfingeralm – Hageralm – Heuberg
Gesamthöhenmeter:
800
Gesamtgehzeit (in Stunden):
ca. 5
Länge:
9 km
Anforderungen:
Schwere, lange Tour mit einem steilen Gipfelanstieg
Lawinengefahr:
Achtung bei der Querung des steilen Wiesenhanges nach der Wolfingeralm und im Bereich des Heubergsattels
Einkehrmöglichkeit:
keine
 
Karte:
Freytag & berndt WK 301
Hoteltipp:
Hotel Sonneck der Familie Thaler in Außerkapelle 2, 6345 Kössen/Tirol, www.hotel-sonneck.at
Informationen und Buchung:

TVB Kaiserwinkl
T 0043 501 100, Fax 0043 501 100-19
info@kaiserwinkl.com

www.kaiserwinkl.com


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