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Anatoli Boukreev

Über den Wolken

Aus den Tagebüchern eines Extrem-Bergsteigers
Herausgegeben von Linda Wylie

(2003, Heyne, ISBN 3-453-86126-4)


Klappentext:

Anatoli Boukreev war einer der weltbesten Alpinisten. Er bezwang elf der 14 Achttausender ohne Sauerstoffgerät, viermal stand er auf dem Mount Everest. Nach dem Bestseller "Der Gipfel", in dem der gebürtige Russe seine Sicht der Tragödie am Mount Everest im Jahr 1996 darlegt, enthält dieser Band die packendsten Tagebuchaufzeichnungen Boukreevs.

Spannend und ergreifend schildert Anatoli Boukreev die physischen und psychischen Herausforderungen, denen er sich bei seinen Aufstiegen auf den Mount McKinley, den K2, den Makalu, den Mount Everest und andere Berge stellen musste. Darüber hinaus geben seine persönlichen Aufzeichnungen Einblick in die Gedankenwelt eines Menschen, der mit jeder Tour aufs Neue sein Leben riskierte.

Dieses Buch ist zugleich Boukreevs Vermächtnis: Am 25. Dezember 1997 verunglückte der 39-Jährige tödlich in einer Lawine im Himalaya.


Kommentar:

Wer die Hommage "Über den Wolken" an Anatoli Boukreev liest, teilt die Einschätzung Reinhold Messners, der Boukreev für einen der weltbesten Bergsteiger hält. Schließlich war er einer von den 13 Bergsteigern, die die höchsten und schwierigsten Gipfel der Erde bestiegen - darunter den Mount Everest, den K2 und den Makalu. Zu seinen Erfolgen zählen auch Dutzende von Geschwindigkeitsrekorden, unter anderem am Lhotse und anderen Sieben- und Achttausendern.

Von all diesen Extremerlebnissen berichten seine packenden und erstaunlich genau verfassten Tagebucheinträge, die nun einige Jahre nach seinem tragischen Tod in einer Lawine von seiner Partnerin Linda Wylie herausgegeben wurden. Voller Spannung verfolgt man die enormen psychischen und physischen Herausforderungen, denen sich der Ausnahmesportler stellte. Interessant auch, dass man hier einen Bergsteiger im Spannungsfeld zwischen sich auflösender Sowjetunion und dem Existenzkampf eines kleinen, plötzlich autonomen Staates wie Kasachstan kennen lernt.

Im Laufe des Buches wird klar, dass Boukreev nicht der von Ehrgeiz getriebene Egoist war, als der er nach der 1996er-Katastrophe am Mount Everest dargestellt wurde. Es war vor allem Jon Krakauer, der Autor von "In eisige Höhen", der ein eher negatives Bild von Anatoli Boukreev vermittelte. Boukreev selbst reagierte mit einer eigens darauf veröffentlichten Publikation"Der Gipfel" auf diese Anschuldigungen. Das vorliegende Buch räumt nun endgültig mit Vorurteilen und falschen Interpretationen auf. Boukreev tut dies nicht mit einer heute so üblichen Gegendarstellung, sondern mittels einer einfühlsamen Chronologie seines Werdegangs als Bergsteiger. Das Buch gerät so zur Zeichnung eines zutiefst ehrlichen, wortkargen, einfachen, von den Bergen getriebenen Menschen, der den beklemmenden Lebensumfeld Kasachstans zu entkommen versucht.

Das Buch ist auch Ausdruck einer Lebensphilosophie: "Steck dir ein Ziel und erreiche es - koste es, was es wolle!" Boukreev hat diese Lebensphilosophie bis zur letzten Faser Kraft gelebt und fordert den Leser auf: "Mach' es mir nach!"