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Mein Vater Hermann Buhl

Kriemhild Buhl

Mein Vater Hermann Buhl

2007, Herbig, ISBN 978-3-7766-2506-6, 255 Seiten

Verlagsinformation

"Eigentlich wollte ich das Buch ‚Die Frau des Bergsteigers’ nennen, weil meine Erzählung wohl treffend ist für die Geschichte vieler Frauen an der Seite von Abenteurern. Aber es erinnert manchmal eher an eine Spurensuche nach dem Vater, den ich so früh verloren habe. In Wirklichkeit ist es beides: Vatersuche und Hommage an die Mutter."

Im Alleingang bezwang Hermann Buhl 1953 als Erster den Nanga-Parbat. Seine zweite Himalaya-Expedition kostete ihm 1957 das Leben. Er hinterließ Frau und drei Töchter. Das Leben muss dennoch weitergehen. Kriemhild Buhl, die älteste Tochter des Extrembergsteigers, berichtet vom Lebensmut ihrre Mutter, vom Heranwachsen der drei Schwestern ohne Vater – und doch immer in seinem Schatten. Mit ihrer ungewöhnlichen Innensicht in ihr Leben mit Hermann Buhl legt Kriemhild Buhl ein tief berührendes biografisches Zeugnis vor.

Mit einem Nachwort von Kurt Diemberger, der mit Hermann Buhl den Broad Peak erstbestieg.

Klappentext

"Freilich, ohne die Berge konnte Hermann Buhl nicht existieren und Tochter Kriemhild sagt es deutlich: Extrembergsteiger sind Besessene. Sie müssen es sein. Ohne Besessenheit kann man das Ziel, das so viel Entsagung und Selbstüberwindung fordert, nicht erreichen.", so Kurt Diemberger in seinem Nachwort.

In eindringlichen Worten beschreibt die Tochter Hermann Buhls die Faszination Berg, das Suchen nach den Extremen. Sie zeichnet die Gefühle und Sehnsüchte ihres Vaters im Ringen mit den Bergen nach, das seinen Höhepunkt im Kampf um die Achttausender des Himalaya findet. Den Ruhm, Erstbesteiger eines Achttausenders zu sein, konnte Hermann Buhl allerdings nur kurze Zeit genießen. Schon vier Jahre nach dem Alleingang auf den Nanga Parbat sollte er bei seiner zweiten Himalaya-Expedition auf der Chogolisa, dem "Brautberg", abstürzen. Er hinterließ seine junge Frau und drei kleine Töchter.

In sanften Farben erzählt Kriemhild Buhl von der Liebe der Eltern, von den Zerreißproben des Alltags. Es ist nicht leicht, die Frau eines Extrembergsteigers, die Frau einer Legende zu sein. Sie schildert, wie es der Mutter gelingt, nun auf sich allein gestellt, eine eigene Existenz aufzubauen, eine eigene Identität zu finden. Sie beschreibt das bunte Leben in der Pension "Haus Hermann Buhl", den Trubel und die Sorgen des Alltags im Vier-Frauen-Haushalt.

Kriemhild Buhl spricht auch davon, wie es ist, ohne Vater aufzuwachsen und sich dennnoch von ihm, dem Helden, abzugrenzen - das Extreme im Charakter sollte auf tragische Weise in der jüngsten Tochter, Ingrid, wieder zum Vorschein kommen. Kriemhild Buhl hat ein eindrucksvolles Buch über ihren Vater, über ihre Mutter und über das Leben der drei Mädchen im Schatten des Mythos vorgelegt.


Kommentar:

Das Bergbuch des Jahres!

Hermann Buhl, der Mythos, die Legende, aus einer faszinierenden Perspektive beleuchtet. Aus dem Blickwinkel seiner Tochter nämlich, die sich aus dem Schatten dieses "Übervaters" befreit und zu einem facettenreichen Selbstverständnis findet. In sehr eindringlichen, intimen und berührenden Worten beschreibt sie die Faszination Berg, das Suchen nach Extremen, ein Leben, das von Unruhe und Leidenschaft geprägt ist. Und das in ausgezeichnet formulierter, spannender, stilistisch perfekter Sprache. Ein unglaublich ergreifendes Buch und phantastisch geschrieben - sehr empfehlenswert, nicht nur für Bergfans ...


Pressestimmen

Das Buch ist eine Annäherung an den Vater, eine Versöhnung mit ihm.
Süddeutsche Zeitung

Seine älteste Tochter fügt dem Mythos Buhl nun einen neuen Blickwinkel hinzu, der nicht mit dem Tod des berühmten Vaters endet. (...) Eine ergreifende Geschichte der Zurückgebliebenen, die sich eine eigene Existenz aufbauen, ihre eigene Identität finden mussten.
Alpin

Die andere Seite einer Heldensaga (...) Kriemhild Buhl schafft es, aus diesem Stoff eine berührende, phasenweise sehr intime und dann doch wieder selbstironische Schilderung zu machen. Man bleibt tief beeindruckt zurück.
Kleine Zeitung

In den Erinnerungen seiner Tochter Kriemhild erfährt man auch, wie sich das Leben seiner Frau neben dem seinen gestaltet hat. Das Buch wirft überhaupt ein anderes Licht auf die Biographie dieses Alpinisten.
Wiener Zeitung

Ein außergewöhnliches Buch (...) Kriemhild Buhl kann nicht nur schreiben, sie hat auch die wunderbare Gabe, das Bergsteigen und die Sucht der Bergsteiger transparent zu machen. (...) Es ist kein Schlüssellochbuch, erst recht keine Abrechnung und schon gar nicht eine Beweihräucherung; es ist ein höchst ehrliches Buch, immer ungeschminkt, nie beschönigend. Man wird es sich nach dem ersten atemlosen Lesen noch einmal vornehmen müssen, um zwischen den Zeilen zu suchen, um die gekonnte Sprache auf sich wirken zu lassen, und damit den Nuancen nachspüren zu können.
Traunsteiner Tagblatt