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Steiler Zahn

Großer Rettenstein

2.362 m, Kitzbüheler Alpen, August 2003

Großer Rettenstein

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Der Große Rettenstein "ragt aus flachwelligen Almböden als vereinzelter, etwas schief stehender, schmal und scharf gebildeter Schneidezahn um fast 400 Meter empor ...", beschreibt Rinaldini die graue Eminenz der Kitzbüheler Alpen. Als "stolz weithin herrschend" bezeichnete ihn auch der Münchner Heinrich Schwaiger 1902.
Die "Schwachstelle" des Großen Rettensteins ist seine Nordostflanke, über die ein steiler Pfad auf den Nordgipfel führt. Von dort öffnet sich eine grandiose Rundsicht bis in die Zillertaler Alpen und die Venedigergruppe.
Dem nicht genug erweist sich der Umweg über den lang gezogenen Spießnägelkamm als wahre botanische Schatzkammer und hält jede Menge Überraschungen bereit ...


Anfahrt & Aufstieg

Hintenbachalm im Untergrund (1.141 m) - Sonnwendalm (1.300 m) - Schöntalalm (1.601 m) - Schöntalscherm (1.750 m) - Großer Rettenstein (2.362 m)

HU ca. 1.300 m / GZ 4 Stunden

Großer Rettenstein

Markierung

 

Talort ist Aschau im Spertental (Teile des Spertentales mit den Talschlüssen des Unteren und Oberen Grundes sind Landschaftsschutzgebiet), ein Bauern- und Fremdenverkehrsdorf, zu erreichen von Kitzbühel über Kirchberg auch per Bus. Von dort noch etwa 3 km zum Ausgangspunkt, Hintenbachalm im sog. Unteren Grund, vor einem Mautschranken.

Von hier anfangs über die Straße, dann nach links dem Wegweiser "Rettenstein über Sonnwendalm, 4 h" nach. Eine halbe Stunde später auf der Sonnwendalm mit einem einsamen Gehöft. Dort rückt auch erstmals der Gipfel unseres Rettensteins in den Blickpunkt, während wir gemächlich einem Steig über Kuhweiden und an einem kleinen Rinnsal vorbei (Trinkwasser!) folgen. Am Rande eines lichten Lärchenwaldes nach Südosten zur Schöntalalm mit einem Gehöft. Von hier eben auf einem Fahrweg über freies Almgelände und durch das weite Tal zwischen Hex und Spießnägelkamm zu den Hütten des Schöntalscherm. Wenig später wird's endlich zünftig steil. Zuerst die Abzweigung zum Rettensteinjoch passiert, dann die Schöntalquelle mit Stempel (Stempelsammler werden auf diesem sog. "Kirchberger Wanderweg" reich belohnt!). Murmeltiere tummeln sich zwischen Felsbrocken, mit Glück bekommt man auch Adler zu Gesicht.

Schließlich steil in engen Serpentinen über zunehmend felsigen Untergrund (Vorsicht Steinschlaggefahr!) bis zur markanten Rettensteinscharte hoch, wo die Sicht bei klarem Wetter sogar bis zum Großvenediger reicht.

Rettensteinscharte

Von der Scharte nach rechts an den Gipfelaufbau des Nordgipfels. In leichter Blockkletterei zum Gipfel des Großen Rettensteins. Gefräßige Dohlen umkreisen das Gipfelkreuz, unsere Blicke das sanfte Grasgehügel der Kitzbüheler Alpen.

Am Gipfel

Abstieg

Schöntaljoch (2.030 m) - Rettensteinjoch (1.929 m) - Spießnägelkamm - Spießnägel (1881 m) - Schöntalalm - Hintenbach Alm

HU 130 m, ca. 1.300 m
GZ 3 Stunden

Über den Spießnägelkamm

Mooraugen

Im Abstieg zunächst der Aufstiegsroute folgend, bei der Abzweigung auf Punkt 2.100 m am Rand einer schmalen Schuttrinne nach rechts abwärts, ehe der Steig in das Schöntaljoch, 2.030 m, ansteigt. In diesem breiten Joch nach Osten wendend an einem kleinen See vorbei ins Rettensteinjoch (1.929 m).

Hier bieten sich zwei Varianten an: Die kürzere zweigt nach links in steiles Grasgelände ab, bis der Weg kurz unterhalb der Schöntalscherm auf die Aufstiegsroute trifft. Auf ihm weiter zum Ausgangspunkt zurück.
Die zweite Variante lohnt den Zeitaufwand mit erstaunlichen botanisch-geologischen Leckerbissen (Seeaugen in kleinen Mooren) und - vorausgesetzt man ist zur rechten Zeit (beste Zeit: Mitte August) unterwegs - mit Unmengen an Heidelbeeren. Dazu vom Rettensteinjoch nur schön den Kamm nach in Richtung Spießnägel, einem kleinen bekreuzten Gipfel (1881 m). Diese Kammwanderung gehört zum Feinsten, was dieser Winkel zu bieten hat. Der Boden voller Heidelbeeren, alle paar Meter von Libellen umschwirrte kleine Moorteiche, unter uns das weite Schöntal, um uns die Zillertaler und Venediger Berge. Zwei Stunden dauert das Vergnügen.

Vom Spießnägel führt leider kein markierter Weg ins Schöntal zurück. Da müssen wir wohl oder übel querwaldein hinab, aber Vorsicht vor der Steilheit des Waldhanges!

Eine andere Möglichkeit, so man eine Rückfahrmöglichkeit zur Hintenbachalm oder den Mut zum Autostoppen hat, wäre, markiert über die Hirzeggalm in den Oberen Grund zur Oberlandhütte abzusteigen. Dort findet sich sicher jemand, der müde Wanderer zum Gefährt bringt.


Schwierigkeiten:
Lange Wanderung, die im Gipfelbereich Trittsicherheit und etwas Klettergewandtheit erfordert. Unterwegs keine Einkehrmöglichkeit unterwegs.
Höhenmeter: Etwa 1.450 m in Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit: ca. 7-8 Stunden
Beste Jahreszeit: Juli bis September
Kinder: Die Tour ohne Großen Rettenstein, jedoch vom Schöntaljoch über die Spießnägel ist jüngeren Kindern durchaus zuzutrauen. Der Rettenstein Kindern ab 12 Jahren mit Bergerfahrung.
Hund und Katz': Bis auf den Gipfelaufbau für ausdauernde Hunde geeignet. Achtung: Viele Murmeltiere!
Ausrüstung: Pack-Checkliste >>>
Einkehrmöglichkeiten:

Oberlandhütte (ganzjährig bewirtschaftet)

Karte: freytag & berndt WK 381 "Alpbach - Wildschönau - Brixental", 1:50 000
Internet:

www.kirchberg.at