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Mountainbiken rund um Wien

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Hoisenradalm bei Bad Ischl
Almnarrisch

Hoisenradalm

August 2009, Wanderung, Salzkammergut

Eine Reportage von Thomas Rambauske

Intro

Almnarrisch werden nicht nur Kinder, wenn sie eine Erlebniswelt wie die Hoisenradalm bei Bad Ischl betreten. Allerdings scheint dort einiges nicht so zu sein, wie man es erwartet …

Aufstieg/Route

Bad Ischl – Jubiläumssteig – Niederrad – Hoisenradalm (969 m), 2,5–3 Stunden; Abstieg ins Rettenbachtal und durch die Rettenbachklamm nach Bad Ischl, 2,5–3 Stunden

HU Pfeil uppfeil down ca. 500 m

Aufstieg
Der Aufstieg am Jubiläumssteig ist recht beschwerlich.

Ankommen
Umso freudiger die Ankunft auf der Alm!

Essen
Das Essen ist mehr als lecker!

Lama
Und die Kühe sehen hier eher aus wie Lamas!
Felix Mitterer, der bekannte Tiroler Bühnen- und Drehbuchautor, hat als Kind viele Sommer auf Almen verbracht. Das Almleben war und ist für ihn "der Inbegriff von Lebensfülle"*. Und: "Ich bin gerne auf Almen, sie sind für mich ein Sehnsuchtsort geblieben." Man muss heute nicht auf einer Alm aufgewachsen sein, um Sehnsucht nach ihr zu empfinden. Jedes Kind, das einmal so ein sonnenüberflutetes Wiesenplateau betreten hat, wird mit Sicherheit begeistert von ihm sein; sogar unsere nicht gerade gehnarrischen Girls werden angesichts einer Alm mit Sicherheit almnarrisch. Denn hier ist die Welt noch in Ordnung, hier herrscht jene friedvolle Idylle, die ihnen das Reizchaos der Stadt vorenthält, über einer Almwiese schwebt eine ansteckende Leichtigkeit, ein ganz anderes Lebensgefühl, das keine Grenzen kennt, nur Offenheit, keine schrillen Töne, nur das verhaltene Gebimmel der Kuhglocken, nichts Feindseliges, nur die traute Zugeneigtheit der Natur.

Das Beispiel so eines Sehnsuchtsortes ist die Hoisenradalm bei Bad Ischl im Salzkammergut, die sich direkt vom Zentrum der Kaiserstadt aus erwandern lässt. Zwar sind die Attraktionen am "Kaiser-Jubiläumssteig" (Weg Nr. 242) mit einer Quelle, einer Aussichtshütte und schattigem Wald spärlich gesät und zieht sich der Weg fast drei Stunden lang bergan, der Lohn allerdings entschädigt reichlich für alle Mühe. Eine Alm wie aus dem Bilderbuch! Mitten auf der zirpenden und surrenden Wiese die g'miatliche Hütt'n mit weitsichtiger Terrasse, Spielplatz, freundlichen Wirtsleuten und traumhaftem, riiiesig portioniertem Essen. Unbedingt probieren den Hoisenrad Salat mit Schafkäse oder den Wolfgangsee Salat mit Thunfisch! Das zauberhafte Almgefielde verweht alle Schatten aus dem Herzen, weicht Verkrampftes auf, öffnet für das Schöne, man "veralmt" sozusagen und wird sehr reich dabei. Ansonsten ist hier im Vergleich zu anderen Almen einiges anders: Die Kühe sehen aus wie Lamas, die Heuschrecken scheinen zu Monster-Insekten mutiert und die Post aus dem gelben Briefkasten wird laut Anschlagzettel erst im Juli 2011 abgeholt. Nichts für Eilbriefe also. Den Kindern gefällt die kleine Phantasiewelt hier heroben. Flüsternd schlängeln sie sich auf der Jagd nach Riesen-Hüpfern durchs hohe Gras, rollen ausgelassen Wiesenhänge hinab, jauchzen, wenn sie wieder etwas Interessantes gefunden haben wie eine ofenfrische Kuhflade. Nur hin und wieder kommen sie zur Futterstelle auf der Terrasse, um nachzutanken. Und sind schon wieder weg.

Der Abstieg durch das Rettenbachtal verläuft viel spannender als der Aufstieg, geht es doch am Ende durch die wasserdurchtoste Rettenbachklamm. Bad Ischl wäre nichts ohne den Kaiser, genauso wenig wie wir uns eine Wandertour ohne Giovanni-Eis am Kreuzplatz vorstellen können.
"Die Alm war für mich vor allem ein sinnliches Erlebnis, von Duft erfüllt, voll schöner Farben, voll Glockengebimmel."* Wie wahr, Herr Mitterer, wieAlmgeschichten wahr!


*Die Zitate sowie das gesamte Interview stammen aus dem lesenswerten Buch "Almgeschichten" von Irene Prugger (Loewenzahn, 2010).
Näheres zum Buch >>>

Panorama

Kaiser Franz Joseph und Bad Ischl

Die Beziehung von Kaiser Franz Joseph zu seinem geliebten Ischl ist vielfältig. Im Haus Esplanade Nr. 10, heute Museum der Stadt Bad Ischl, wurde am 19. August 1853 die Verlobung von Kaiser Franz Joseph mit Prinzessin Elisabeth in Bayern, genannt SISI, gefeiert.
In den Wäldern in und um Ischl konnte der Kaiser seiner großen Leidenschaft, der Jagd, nachgehen. Hier verfasste er das Manifest 'An meine Völker!'. Und hier sollten sich schließlich der Kaiser und Kaiserin Elisabeth vor ihrer Ermordung in Genf zum letzten Mal sehen.

Kaiser Franz Joseph feierte am 18. August 1853 in Bad Ischl im ehemaligen Hotel Austria (heute Museum der Stadt Bad Ischl) die Verlobung mit Prinzessin Elisabeth in Bayern. Am 24. April 1854 heiratete er Prinzessin Elisabeth, genannt SISI. Der Ehe entstammten 4 Kinder (Sophie, Gisela, Rudolf und Marie Valerie). In späteren Jahren ging der Kaiser eine Beziehung mit der Burg-Schauspielerin Katharina Schratt ein.
Am 19. Juni 1867 wird sein Bruder Maximilian in Mexiko erschossen. Sein Sohn Rudolph, der Thronfolger, nimmt sich am 30. Jänner 1889 in Mayerling das Leben. Am 10. September 1898 wird seine Gattin Elisabeth in Genf mit einer Feile ermordet. Der österreich-ungarische Thronfolger Erzherzog Ferdinand und dessen Frau Sophie werden 28. Juni 1914 in Sarajevo, der Hauptstadt Bosniens, bei einem Attentat ermordet. Daraufhin unterschreibt Kaiser Franz Joseph in Bad Ischl das Ultimatum und die Kriegserklärung an Serbien ('An meine Völker!'), was den Beginn des ersten Weltkrieges markierte.
Durch diese persönlichen Schicksalsschläge schwer geprüft, konzentrierte er sich noch mehr auf seine Aufgaben als Regent und zog sich immer mehr zurück.
In den letzten 20 Jahren seines Lebens war er die politische Integrationsfigur des Vielvölkerstaates Österreich Ungarn. Im Alter widersetzte er sich allen Plänen zur Refom des Staatsgebildes. Franz Joseph fühlte sich in erster Linie als Beamter und orientierte sich lebenslang an Kirche und Militär. An Wissenschaft und Kunst hatte er eher weniger Interesse.Kaiser Franz Joseph stirbt am 21. November 1916 in Schönbrunn in Wien an einer Lungenentzündung. Mit ihm stirbt nicht nur ein Weltreich, sondern eine ganze Epoche die spätestens mit Ende des ersten Weltkrieges im Jahre 1918 vorbei war. (Quelle: www.badischl.com)

Ausgangspunkt:
Größere Kartenansicht
Schwierigkeiten:
Keine
Gesamthöhenmeter:
Pfeil up 500 pfeil down 500
Gesamtgehzeit:
5–6 Stunden
Beste Jahreszeit:
Sommer
Eignung für Kinder:
Sehr gut geeignet. Besser (und leichter) jedoch, durchs Rettenbachtal aufzusteigen als über den Jubiläumssteig.
Eignung für Hund & Katz':
Bestens
Ausrüstung:
Einkehrmöglichkeiten:
Hoisenradalm
Karte:
Kompass WF 900, Salzkammergut Nord

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