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Wild, einsam, wunderbar wanderbar
Fünf Tage durch die abgeschiedene Bergwildnis der


August 2006

Text: Thomas Rambauske; Bilder: Thomas Rambauske und Roger Ernst

Intro

Die Kreuzeckgruppe, eine von Hochtälern zerfurchte Landschaft mit Mittelgebirgscharakter und mehr als 60 Bergseen, zählt zu den stillsten Winkeln der Alpen, wo man tagelang außer Schafen, Murmeltieren und Salamandern nichts Lebendem begegnet, wo die uralten Hütten scheinbar nur für dich offen halten, wo also zu hundert Prozent das Prinzip Berg zählt – und sonst gar nichts.
Fünf Tage ist man hier über der Baumgrenze unterwegs, auf leichten Wegen, über Zweitausender-Gipfel, die man sich höchstens mit ein paar Schafen teilt, an Seen und Lacken vorbei, in deren Spiegelbild sich die Schönheit dieser Bergwelt noch vervielfacht, über Törle, Jöcher und Kämme, dass es eine helle Wanderfreude ist. Hier findet man sie also noch, die Bergeinsamkeit, und darf das Gehen an sich zelebrieren.
Der Kreuzecker Höhenweg eignet sich auch hervorragend für Familien, da die wenigen ausgesetzteren Stellen bestens gesichert sind, da nie endlos steile Aufstiege und Abstiege zu erkämpfen sind, da die Überschreitung jederzeit abgebrochen werden kann, da die Hütten bestens auf Familien eingestellt sind, und reichhaltige Fauna, Flora, Seen etc. für kleine und große Abenteuer sorgen.
Der leidige Umstand, dass die höchste Erhebung der Kreuzeckgruppe, der Polinik, nicht auf unserer Route liegt, wird mit dem Hochkreuz und Kreuzeck vielfach entschädigt.


1. Tag

Lainach (diesseits) – Rone- oder Lainacher Kuhalm (1416 m) – Ederplan (2061 m) – Anna Schutzhaus (1991 m)

HU ca. 1000 m / GZ 3 ½ Stunden

Ronealm
Auf der Rone- oder Lainacher Kuhalm ...Ronehütte
... wird in der Ronehütte gleich eingekehrt.


Das aus einem Lärchenstamm gezimmerte, 11 m hohe Gipfelkreuz der Ederplan

 

 

 

 

 

 

 

 

Häusl
Wo's hier hin geht, ist klar ...

Wir beginnen die Tour im Diesseits, auf keinen Fall im Jenseits! Gemeint ist der "diesseitig" von der Möll gelegene Teil von Lainach und also nicht der "jenseitige". Als Ausgangspunkt, gestehe ich, sollte jedoch besser das Drautal gewählt werden, etwa Görtschach (3 St. bis zum Anna Schutzhaus) oder Lengberg (3 St.), da hier die Bahn- und Busverbindungen besser funktionieren. Im Mölltal verkehren am Wochenende überhaupt keine Busse, was einen Transfer zum Ausgangspunkt zum Abenteuer werden lässt.

Einerlei. Die ersten Kreuzecker Schritte setzen wir auf einem Forstweg, der direkt vom Ort zur Ronealm mit dazugehöriger Ronehütte führt (Achtung: Dieselbe Alm wird auf Kompass-Karten als "Lainacher Kuhalm" bezeichnet!) Die Einkehrmöglichkeit sollte man hier nützen, zum Einen, um die Tour, wie es sich gehört, mit Gebühr anzuprosten, zum Anderen, weil uns mit einem 2-stündigen Waldhatscher, dem sog. "Sattelweg", ein schweißtreibender Prolog erwartet.
Hat man den aber hinter sich, wird’s fein. Am Lonesboden unterhalb des Lones Kopfes lichtet sich der Wald und eröffnet sich jenes Bild, das uns nun weitere 4 Tage lang begleiten wird: weite Almen, sanfte Graskuppen, enge Latschengassen, bröselige Geröllsteige und fast immer famose Ausblicke.
Am Lones-Sattel nun am besten nicht der Markierung zum Anna Schutzhaus nach, die führt nämlich wieder bergab in den Wald, sondern, wie es sich für eine würdige Eröffnungsetappe gehört, oben drüber, über den baumfreien Kamm zum Gipfel der Ederplan (2061 m). Diesen Gipfel sollte man nicht zuletzt wegen seines sehenswerten Kreuzes aufsuchen: Das 11 m hohe sog. "Heimkehrerkreuz", das dem Gedenken an die Opfer beider Weltkriege gilt, wurde aus einem einzigen Lärchenstamm gezimmert. Außerdem soll man von hier aus etwa 30 Dreitausender sehen können sowie die Lienzer und Sextener Dolomiten, die Rötspitze, die Defregger und Villgrater, einige Gipfel der Glocknergruppe und und und - von den 66 Kirchen, die man an klaren Tagen von der Ederplan erspähen können soll, ganz zu schweigen. Ein würdiger Auftakt unserer Kreuzeck-Woche also. Von hier aus sind wir auch schon in 10 Minuten beim Anna Schutzhaus – eine Bergherberge der alten und besten Schule!

Anna Schutzhaus
Das uralte Anna Schutzhaus

Sie wurde vom berühmten Osttiroler Maler Franz von Defregger erbaut und nach dessen Frau Anna benannt. Begrüßt wird man mit einem "Stamperl" und zwei verrückten Pudeln. Die Wirtinnen bedienen in aller Freundlichkeit, aber auch Ruhe – "Wir sind ja nicht auf der Flucht!" –, zu essen gibt es reichlichst und bestens. Dazu verströmt das uralte Holz, aus dem die Hütte geschnitzt ist, noch das Odeur des vorvorigen Jahrhunderts, im Dämmerlicht des Abends glaubt man sich gänzlich in einem Film von anno dazumal. Und last but not least haben wir ein Lager für uns alleine - nicht zum letzten Mal auf unserem Kreuzeck-Trip. Ein Beweis, dass wir mit diesem verborgenen Winkel der Alpen einen Volltreffer gelandet haben.
Prost und Gute Nacht!


In dem aus einem Guss geschnitzten Anna Schutzhaus sind wir Gast und König zugleich!

2. Tag

Anna SchutzhausLindsberger Törl (2294 m) – Michelsberger Törl (2380 m) - Ziethen Kopf (2484 m) – WildseeSandfeld TörlOchsenalm Törl - Klingen TörlHugo Gerbers Hütte (2347 m)

HU ca. 1000 m / GZ 6 ½ - 7 Stunden

 

 

 

 

 

 

Wer ist hier der Esel?
Wer ist hier der Esel?


Wer ist hier das Schaf?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Hugo Gerbers Hütte in Sicht!
Die Hugo Gerbers Hütte in Sicht!

 

Endstation für diesen Tag
Endstation für diesen Tag

Gefrühstückt wird auf der Terrasse hoch über dem Drautal mit Blick auf die Lienzer Dolomiten. So muss auch der Morgen im Paradies aussehen.

Frühstück im Anna Schutzhaus
Nur die Kühe sind Zeugen dieses herrlichen Morgens ...

Dann aber den Rucksack geschultert für die erste wirkliche Kreuzeck-Etappe! Der wird uns über zig Törls, Gipfel, Scharten und Seeufer führen. Und es wird uns außer einem Senner, einem Pferd, einem Esel und Millionen Schafen keine Seele begegnen. Doch der Reihe nach: Anfangs über hübsche Bergwiesen unter dem Lones Kopf zum ersten Törl des heutigen Tages, dem Lindsberger Törl, 2294 m. Nun durch die Felsgasse des Happelköfels ins Michelsberger Törl. "Törl" bedeutet kleines Tor, Schaufenster, aber auch dass man einen Höhepunkt erreicht hat, ein Bergauf ein Ende hat und ein entspannendes Bergab beginnt - also Pause. Obwohl: Der Kamm wird nun blockiger und führt über Schutt in ein Schartl, von wo der Gipfel des Ziethen Kopfs, 2485 m, schnell und einfach erreicht ist. Den ersten Höhe-Punkt unserer Tour müssen wir uns – wie die meisten Gipfel hier - mit einer Horde von Schafen teilen. Schimpfen nützt nichts, sie haben hier absolutes Heimrecht, was mitunter zu Schwierigkeiten bei der Sitzplatzwahl führen kann. Bis hierher hat sich auch schon der Charakter der Tour herauskristallisiert: im steten Bergauf-Bergab über Bergwiesen, dann wieder über etwas rutschige Schotterhänge, der Weg ist ausgezeichnet markiert, verirren fast unmöglich.
Nach dem Gipfelerlebnis traumhaft gemächlich und weitsichtig über den Damer-Kamm zum idyllischen Wildsee beim Wildsee-Törl, 2267 m, wo – der Idylle noch immer nicht genug – ein Adler über uns kreist, was ein hektisches Pfeifkonzert der Murmeltiere auslöst. Nichtsdestotrotz wird hier ausgiebig gerastet, geschaut und gestaunt über das Spiegelbild im See, wo sich die Anmut der Bergwildnis hier noch zu vervielfachen scheint. Ein Bild, das sich wohl für immer in unsere Erinnerung einprägt.

Schade, wir müssen weiter. Vom See in nordöstlicher Richtung leicht aufwärts und entlang der steilen Südhänge des Kegelstattkegeles und des Sandfeldkopfes zum Sandfeldtörl, 2383 m. Nun weiter törlauf, törlab, nie schwierig, aber bei Regen durchaus rutschig über steile Grashänge, zuletzt unter dem Roten Beil zur Hugo Gerbers Hütte. Nach rund sieben Stunden Gehzeit ist dieses Unikum unter Österreichs Berghütten erreicht. Schon allein ihretwegen sollte man in diese Gegend kommen. Aber Achtung: Paris Hilton würde sich hier nicht wohlfühlen! Hier ist der Begriff "Hütte" auf das zurückgeführt, was er einmal war (oder sein sollte): Letzte Zuflucht und Unterkunft in einer unwirtlichen und menschenleeren Gegend. Die Hütte ist auf vielen Karten als Selbstversorgerhütte bezeichnet, dennoch wird sie im Sommer bewirtschaftet. Die Leistungen sind auf das reduziert, was der müde Wanderer braucht: Ein Obdach, ein Lager, Essen und Trinken und ein freundliches Wort. Betritt man die Hütte, glaubt man sich ein eine andere Zeit versetzt: Plumpsklo zwischen Erdgeschoss und Schlafdachkammer, Waschgelegenheit bei einer 100 m entfernten Quelle, das Holz nochmals um einiges älter als das des Anna Schutzhauses. Während in diesem jedoch die Frauen die Hosen anhaben, ist’s in der Hugo Gerbershütte eine reine Männerwirtschaft. Man merkt es bei der Frage, ob es Apfelstrudel gäbe. "Nö, außer Keks hamma nix“. Umso besser und ausgiebiger die Polenta am Abend, bei der uns auch der aus dem Tal aufgestiegene Hüttenwirt Gesellschaft leistet, eigentlich ein Computerfachmann, der hier Sommer für Sommer Auszeit nimmt und Wache hält. Dank sei ihm, ohne Bewirtung der Hugo Gerbers-Hütte würde hier ein ganz wichtiges Bindeglied zwischen Anna-Schutzhaus und der nächsten Hütte, der Feldner Hütte fehlen.

Nessy, der Hüttenwirt, gesellt sich zu uns.
Nessy, der Hüttenwirt, gesellt sich zu uns.

Übrigens wird erzählt: Ist man hier einsam, eilen die Wirtinnen des Anna Schutzhauses herbei und umgekehrt. Ja, in der Kreuzeckgruppe gehen die Uhren anders.

Abendstimmung vor der Hugo Gerbers Hütte
Abendstimmung vor der Hugo Gerbers Hütte

3. Tag

Hugo Gerbers HütteHochkreuz (2709 m) – Kleines HochkreuzGlenktörl (2457 m) - Kreuzeck (2701 m) – Feldner Hütte (Glanzsee, 2182 m)

HU ca. 870 m (mit Kreuzeck: + 250 m), 1040 m / GZ 6 Stunden (mit Kreuzeck + 1)

Heute durch die schroffe Seite der Kreuzeck-Gruppe
Heute durch die schroffe Seite der Kreuzeck-Gruppe

 

Murmeltiere
Murmelis beäugen uns argwöhnisch / © Roger Ernst

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kleine Kletterei
Ein Gendarm muss etwas anstrengend umkraxelt werden.

Die Königsetappe, die uns über einige "Stars" der Kreuzeckgruppe führen wird, und zugleich ein Kammweg par excellence, der keine Wanderwünsche offen lässt.
Zur Kreuzl Scharte - gerade richtig zum Wachwerden - in einfachen Kehren hoch. Nun abwechselnd nördlich und südlich der Kreuzelhöhe weiter. Der Steig führt streckenweise über ein paar scharf abfallende Hänge und durch enge, sehr schmale und bröselige Felspassagen - hier ist bei Nacht oder Nebel bzw. Schneelage besondere Vorsicht geboten. Und auch im weiteren Verlauf der heutigen Etappe wird die wilde, schroffe Seite der Kreuzecker erlebbar. Den weiteren Weg zum Hochkreuz, 2708 m, gibt der Grat vor, mal links, mal rechts des Hauptkamms führt der Steig atemberaubend schön auf den dritthöchsten Gipfel der gesamten Gruppe.

Hochkreuz
Keine Schafe am Gipfel des Hochkreuzes

Sogar bis zum Großglockner soll man von hier aus sehen, im Süden bis zum Triglav. Weiter aber nördlich des Gonhorns Steigspuren nach über Schotter zur Staller Alm. Auf der Südseite des Kammes ist die von zahlreichen Seeaugen geprägte Ebene der "Vierzehn Seen" zu sehen.

Tiefblick zu den "Vierzehn Seen"
Tiefblick zu den "Vierzehn Seen"

Weiter dem Grat nach auf Weg. Nr. 318, der auf der Ostseite des Ostkammes flach, später steil ansteigend zu einem Pass zwischen Hochkreuz und Rothhorn führt. Eine etwas herbere Passage stellt dabei ein kleiner Gendarm dar, an dem wir uns drahtseilgesichert vorbeiquetschen müssen.
Es folgt eine kurze Querung zum Glenktörl, 2457 m. Pause. Erschöpfte steigen noch etwa 20 Minunten zur Feldner Hütte am Glanz See ab, Gipfelsammler sollten den Namen gebenden Gipfel der hiesigen Gruppe nicht auslassen. Auf das Kreuzeck führt vom Glenktörl ein netter Steig bergan, der anfangs durch Gras, dann durch Schutt verläuft. In 30 Minuten hat man den Gipfel erreicht – aber auch hier stellt ein Rudel Schafe das Empfangskomitee, was sonst.

Am Kreuzeck
Am Gipfel des Kreuzecks zusammen mit den Hütern des Landschaftsbildes

Nebenbei erwähnt: Erstaunt über die Menge an Schafen und Kühen, fragte ich einen Wirten, weshalb man sie hier frei herumlaufen lässt, das schade doch dem Boden, Stichwort: Erosion. Im Gegenteil, ist die Antwort, sie werden aus Gründen der Landschaftspflege bewusst im Sommer hochgetrieben und im Herbst wieder eingesammelt. Schafe wie Kühe verhindern das Verwachsen und Verwildern der Landschaft, indem sie allem, was irgendwie nach Baum- oder Busch-Knospe aussieht, den Garaus machen. Ob man denn alle Viecherl rechtzeitig vor dem Winter finde und ins Tal bringen könne. Einmal habe man ein paar Kühe auf etwa 3000 m vergessen. Im Frühling, nach einem sehr harten Winter, habe man sie wieder gefunden - lebend, abgemagert, aber gesund und munter. Alle Achtung!
Vom Gipfel des Kreuzecks hinunter am selben Weg zum Apfelstrudel mit Schlag und Kaffee auf der Terrasse der Feldner Hütte. Auch diese gehört uns allein und wartet sogar mit heißem (!) Waschwasser auf. Ein fauler Nachmittag am Ufer des Glanz Sees krönt diesen an sich schon mehrfach gekrönten Tag.

Am Glanz See
Faul am Glanz See, aus dem sich stolz das Kreuzeck erhebt.

4. Tag

(Heinrich Hecht Weg) Feldner HütteBratleiten AlmAnnaruheGoldgruben ScharteKleines KreuzeckSalzkofel Hütte (1987 m)

HU ca. 700 m / GZ 6 - 7 Stunden

 

 

 

 




Über einen steilen Geröllhang
Die einzige wirklich herbe Stelle durch einen steilen Geröllhang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Salzkofelhütte
Die Salzkofelhütte kommt in Sicht.

Zunächst flach an zwei Kreuzen und erwachenden Murmeltierkolonien vorbei zur Bratleitenalm, 2157 m, und einer Quelle bei einer Sennhütte.

Bratleitenalm
Auf der Bratleitenalm

Nun ansteigend, bei Punkt 2233 links zum Naßfeldtörl. Von hier auf dem Kamm zur Annaruhe, einem herrlichen Rastplatz mit Fernsicht. Weiter über Schutt steil hinauf zur unter dem Schroneck zur Goldgrubenscharte, 2448 m. Dann heißt es ordentlich aufpassen: Just hier schwärzt sich der Himmel über uns und beginnt es zu regnen. Just hier an der spannendsten Stelle unserer Tour. Der Steig wechselt in die Schattenseite und quert abwärts die Nordwand des Kleinen Kreuzecks. Hier werden zwei steile Schotterrinnen gequert, an den dort gespannten Seilen sollten sich Ungeübte und Ängstliche unbedingt anhalten (nicht zu unterschätzen bei Regen/Schnee!). Am Kleinen Kreuzeck haben wir die wohl schwierigste Passage der gesamten Tour, aber auch den Wettereinbruch überwunden. Von nun an geht es nur mehr bergab, statt Schafen sind es nun Salamander, die uns treu begleiten:

Salamander
Salamander / © Roger Ernst

Im Finale der heutigen Etappe leicht ansteigend zur auch uralten, aber gemütlichen Salzkofelhütte. Das einzige, was hier zu vernehmen ist, sind das Rauschen der Bäche, die Glocken der Schafe und die Pfiffe der Murmeltiere. Weiteres, selten gewordenes Service hier: Aus Sorge, dass jemand in der Wildnis der Berge abhanden kommt, werden die Gäste von Hütte zu Hütte "übergeben". Der eine Wirt ruft den anderen an, sobald Gäste aufbrechen, ein Rückruf bestätigt die Ankunft der Wanderer. Wo sonst erfährt man solch ein Service!
Bei reichhaltiger bodenständiger Kost und schummrigen Licht feiern wir diese letzte lange Etappe. Der Salzkofel über der Hütte wäre an sich in einer halben bis dreiviertel Stunde geschafft, regenschwangere Wolken verhindern eine Verlängerung des Wandertag. Was bleibt sind eine Kartenspiel-Session und ein Glaserl Wein, wie es sich eben gehört am Ende eines schönen Bergtages - und die Wolken, die sich verziehen.

Abendessen auf  der Terrasse der Hütte

Wolkenspiele

5. Tag

SalzkofelhütteRoßebenMösernalmJausenstation Mernik Alm Kolbnitz

HU ca. 1200 m / GZ 3 Stunden

Am Schaupfad

Für den Abstieg bieten sich eine Unzahl von Möglichkeiten an, je nach dem, wo der fahrbare Untersatz bzw. die best gelegene Bahnstation liegt. Nachdem wir ins Mölltal wollen, steigen wir zuerst zur Roßeben hoch (1977 m), um dann durch eine etwas verwachsene Gestrüppzone über die Mosernalm zur Mernikalm abzusteigen – zweites Frühstück mit Brettljaus’n. Von dort über einen nett angelegten Touristen- und Schaupfad mit g’scheiten Sprüchen, Wurzelfiguren und vielen Bänken nach Kolbnitz. Wie gesagt, nur eine von vielen Möglichkeiten.


Danke, Kreuzeckgruppe, es war schön, es war ein Traum, wir kommen wieder!

Wieder im Tal
Auf der gemütlichen Mernikalm

Die Kreuzeckgruppe

Zusammen mit der Ankogel-, der Goldberg-, der Glockner-, der Schober-, der Granatspitz- und der Venedigergruppe sowie den Villgratner Bergen und der Rieserfernergruppe bildet die Kreuzeckgruppe die Großgruppe der Hohen Tauern. Die Kreuzeckgruppe erstreckt sich über Tirol und Kärnten, geographisch wird sie im Norden vom Mölltal, im Süden vom Oberdrautal begrenzt. Der Anteil Tirols beschränkt sich auf einen kleinen Zipfel im Westen der Gruppe.
Die höchsten Gipfel sind der Polinik (2.784 m ü. A.), Striedenkopf (2.749 m ü. A.), das Hochkreuz (2.709 m ü. A.) und das Kreuzeck (2.701 m ü. A.).

Hugo Gerbershütte

Die 1910 erbaute Schutzhütte ist im Eigentum der OeAV-Sektion Österreichischer Gebirgsverein (ÖGV) und wird nur in der Hauptsaison im Sommer bewirtschaftet. Der Hüttenname stammt vom Gründer des Niederösterreichischen Gebirgsvereins, Hugo Gerbers, einem deutschen Landsmann aus Wesel, geb. am 3. 3. 1845, der nach seinen Lehr- und Wanderjahren in Wien sesshaft wurde und die Schriftleitung der Vereinszeitschrift "Der Gebirgsfreund" übernahm.

Schwierigkeiten:
Im großen und ganzen weist der ausgezeichnet markierte Weg keine Schwierigkeiten auf. Auf einigen Passagen ist aber Trittsicherheit erforderlich. Zwei Seilsicherungen führen über steile Geröllrinnen, die bei Schlechtwetter allerdings gefährlich sein können. Konditionell stellt das ständige Auf und Ab mittlere Anforderungen. Bei schlechten Sichtverhältnissen, Schnee oder nach Regenfällen ist an einigen, steil abbrechenden Hangstellen Vorsicht geboten.

Viele Markierungen
Rätselfrage: Wieviele Markierungen siehst du auf diesem Bild?

Beste Jahreszeit: Spätsommer, aber auf jeden Fall bei stabilen Verhältnissen
Kinder: Die Tour ist gehfreudigen Wanderzwergen durchaus zuzutrauen. Die Wege sind zwar lang, aber nie besonders steil. Auch auf den Hütten werden sich Familien pudelwohl fühlen. Wer seinen Sprösslingen ein erstes, uriges Bergabenteuer bieten will, ist mit der Überschreitung oder einzelnen Etappen der Kreuzeck-Gruppe bestens beraten.
Ausrüstung: Pack-Checkliste
Einkehrmöglichkeiten: Hugo-Gerbers-Hütte, 2347 m, OeAV, Anfang Juli bis Ende September geöffnet, 25 Schlafplätze, +43 (0) 4710 2668

Feldnerhütte, 2182 m, OeAV, Anfang Juli bis Mitte September, 25 Schlafplätze, +43 (0) 650 6104379 (SMS)

Salzkofelhütte, 1987 m, OeAV, Mitte Juni bis Mitte September, +43 (0) 664 1615602

Anna Schutzhaus: Von Mitte Juni bis Ende September durchgehend, im Oktober bei Schönwetter an Wochenenden, +43 (0) 664 42 11 895
Karte: Freytag & berndt WK 225 "Kreuzeckgruppe, Mölltal"