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Mountainbiken rund um Wien

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Eine Spitzentour!
Seekarspitze – Seebergspitze

Seekarspitze–Seebergspitze

Wanderung, Karwendel, August 2010; Text/Bilder: © Thomas Rambauske

Dominant bewacht die Seekarspitze (2.053 m) das Westufer des Achensees, ihre steilen Flanken weisen genauso schroff ab wie sein ebenmäßiger Grat zur benachbarten Seebergspitze (2.085 m) einladend wirkt. Die Wanderung ist ausdauernden, trittsicheren Routiniers vorbehalten, absolute Highlights sind die urige Jausenstation auf der Seekaralm und die Traumausblicke auf Achensee, Karwendel und Rofan.

Der Weg

Wir stellen das Auto beim gebührenpflichtigen Parkplatz Hinterwinkel beim Heimatmuseum in Achensee (Ortsteil Scholastika, 934 m) ab und müssen uns gleich entscheiden: Legen wir es etwas bequemer auf der Forststraße und den Koglalmsteig an oder wählen wir den steilen Pfad durch den Seebergwald. Beide Wege führen zur Seekaralm am Fuß unserer Gipfelziele. Wir entscheiden uns – leider! – für den mühsameren Weg und büßen die Wahl mit viel Schweiß und Flüchen, zumal sich der Weg fast diritissima aufschwingt. Wer hier nicht seine Sünden abbüßt, muss gut in Form sein. Nach 300 Hm lässt der Weg nach und rückt – zwar weit weg – das Gipfelkreuz der Seekarspitze ins Blickfeld, was die Lebensgeister wieder weckt. Nach einer Stunde betreten wir almiges Gelände, Glockengebimmel verrät die Nähe der Jausenstation.
SeekaralmDie Seekaralm (1500 m) ist eine waschechte Tiroler Hochalm: Auf der einen Seite ummauert die Seekarspitze ihre Grenzen, auf der anderen Seite öffnet sich das weite Achental; mitten auf den weitläufigen Wiesen sitzt bei einem Marterl eine lesende Frau, mittendrin die "Jausenstation", vielmehr eine karge Holzhütte von anno dazumal mit ein paar blassgrauen Holzbänken und Tischen, zwischen denen Kälber herumstehen und neugierig sogar an den Tellern schnüffeln – alles scheint in einer anderen, längst vergangenen Zeit stehengeblieben. Der Wirt, ein knorriges Urgestein und wohl einer der letzten seiner Zunft, repariert gerade seine einfache Holzhütte, als wir ankommen. Sofort legt er seinen Hammer zur Seite und serviert uns eine deftige "Brettljause" Tiroler Art: Speck, Gurkerl, Brot. Befragt nach dem Geschäftsgang, beklagt er sich das Ausbleiben der Gäste: "Die fahren lieber mit der Seilbahn zu einem Massenausschank, als dass mit den eigenen Füßen zu ihm aufzusteigen. Und außerdem interessiert der Ballermann dort unten halt mehr als die Natur hier heroben." Das gar nicht teure Speckbrot schmeckt ausgezeichnet, ich fühle mich wohl hier, kann nicht verstehen, dass man einer Alm-Idylle künstliche Abenteuer vorzieht. Als ich aufbreche, rät er mir: "Mach' die Augen auf, dass't die Steinböcke sichst"!
Lange ist noch sein Hämmern zu hören, als ich durch Latschengassen weiter hochziehe. Der Weg führt zuerst durch Wald, dann durch Latschenbuschwerk. Weiter oben wird’s steiler, der Pfad gerölliger. Das letzte Stück führt durch Felsengelände mit guten Tritten. Auf einem Hang gegenüber sichte ich die versprochenen Steinböcke. Friedlich und still äsen sie vor sich hin, nehmen mich nicht wahr, umso mehr ich sie. Weniger still finde ich den höchsten Punkt der Seekarspitze vor, kein Wunder, der Blick ist famos: unter uns der smaragdgrüne Achensee, gegenüber das Unnütz-Gebirge, um uns herum Karwendel und Rofan. Seekarspitze
Die Gratwanderung zur Seebergspitze ist der exquisite, traumhaft mundende Hauptgang des heutigen Tourenmenüs. Auf einem schmalen Steig promenieren wir – immer mit Blick auf den Achensee – auf der Grathöhe gen Süden und gelangen nach einem geringen Auf und Ab zu einem Sattel (1928 m). Hier könnten wir, wenn wir uns den beschwerlichen, manchmal luftigen Aufstieg zur Seebergspitze ersparen wollten, nach rechts zur Pasillalm absteigen.
Wir wollen aber weiter und steigen über steile Felsen zum zweiten Gipfel des Tages, die Seebergspitze. Auch hier einiges Bergvolk, das sich staunend um das Gipfelkreuz schart und die besondere Leichtigkeit des Seins genießt. Wenn man so nur ins Tal hinunterschaut und nie zum Himmel, kann es passieren, dass man das dortige Geschehen übersieht. Etwa die schwarzen Wolken, die aus dem Nichts blitzschnell über uns herwälzen und ein ordentliches Gewitter im Köcher hat. Als ich mich flugs aus dem Staub und hinunter machen will, komme ich an einem jungen Pärchen vorbei, das da etwas verloren am Weg sitzt. "Kannst du uns mit hinunternehmen?", fragen sie mich, "wir fürchten, mit diesem Wetter nicht zurechtzukommen." Also nehme ich sie ins Schlepptau und taste mich durch mittlerweile prasselnden Regen langsam talwärts. Sie kämen aus Berlin, genau genommen aus dem Spreewald, und seien nur selten über die 2000er-Grenze hinweggekommen, erzählen sie. Das Unwetter habeGlockenblumen sie überrascht, hätten sie gewusst, was da auf sie zukäme, wären sie erst zu dieser Tour aufgebrochen. Der Weg ist nicht einfach, vor allem bei Regen. Steil, felsig, wurzelig, ganz selten ausgesetzt, schlängelt er sich über einen breiten Grat hinab, der Regen verwandelt den Untergrund in eine schmierige Rutschbahn. Ich zeige ihnen, wie man die Schritte setzt und dass man auf höheren Felsstufen ruhig den Hintern zur Hilfe nahmen darf. Das Gewitter erweist sich als gnädig und hält einen gebührenden Respektsabstand. Je tiefer wir kommen, desto heller wird es, kurz vor dem Pasillsattel reißen die Wolken auf und lugt die Sonne hervor – am Sattel schließlich lachen sowohl die Sonne als auch das Pärchen und die Glockenblumen. Hier trennen wir uns, weil die beiden nach Pertisau müssen, während ich Richtung Achensee abzweige. Durch regennasses Latschenwerk und mit Blick auf unseren Weg steige ich hinunter zur unbewirtschafteten Pasillalm. Allerdings verraten Glockengebimmel und neugierig aus dem Stall lugende Kühe, dass sie bewohnt ist. Auf einer langweiligen Forststraße gelange ich zur Seebergalm und von dort – diesmal am Seebergalm- und Köglalmsteig – hinab zum Parkplatz.

Weitere Bilder

Seekaralm Seebergspitze Seebergspitze Pasillalm Parsillalm
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Lexikon: Der Alpensteinbock

Der Alpensteinbock (Capra ibex) ist eine in den Alpen verbreitete Art der Ziegen. Ein weiblicher Steinbock wird Steingeiß genannt. In den Alpen lebt der Steinbock auf der Höhe zwischen der Wald- und Eisgrenze. Dabei steigt er bis in Höhen von 3500 m auf. Im Winter bleibt er allerdings in tieferen Lagen als im Sommer, und auch im Sommer steigt er zum Fressen oft auf alpine Wiesen ab, während er zum Übernachten die großen Höhen aufsucht.
Ein Alpensteinbock hat im Durchschnitt eine Kopfrumpflänge von 150 cm und eine Schulterhöhe von 90 cm. Weibchen sind etwa 40 kg schwer, wohingegen Böcke über 100 kg wiegen können. Der Bock verfügt über ein imposantes, gebogenes Gehörn (bis zu 1 m Länge), während die Geiß nur kurze, kaum gebogene Hörner hat. Die Böcke besitzen einen Ziegenbart ... Quelle: Wikipedia (mehr erfahren >>>)

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Ausgangspunkt:
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Route:
Hinterwinkel (934 m) – Seekaralm (1.500 m) – Seekarspitze (2.053 m) – Seebergspitze (2.085 m) – Pasillsattel – Pasillalm (1.557 m) – Seekaralm – Hinterwinkel
Gesamthöhenmeter:
Pfeil up pfeil down 1.250
Gesamtgehzeit (in Stunden):
Pfeil up pfeil down ca. 7 ½
Schwierigkeiten:
Schwindelfreiheit und Trittsicherheit, obwohl keine Kletterpassagen; allerdings ist höchste Vorsicht bei nassen Verhältnissen gefordert, da dann Abrutschgefahr besteht.
Achtung: Wer versucht ist, von der Seekaralm am alten Steig unter den Schoberberg hindurch ins Oberautal abzusteigen, sollte dies bleiben lassen, da der Steig wegen Lawinenschäden und Hangrutschungen nicht mehr hergerichtet wird und Absturzgefahr herrscht.
Eignung für Kinder:
Ob der Länge der Tour weniger geeignet. Bis zur Seekaralm allerdings eine durchaus lohnende Almwanderung.
Eignung für Hund & Katz':
w.o.
Ausrüstung:
Einkehrmöglichkeiten:
Jausenstation auf der Seebergalm
Karte:
Kompass Wanderkarte Nr. 26 Karwendelgebirge 1:50.000
Wikipedia-Wissen:
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