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Mountainbiken rund um Wien

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Proles, Königskogel, Tonion, Student, Wildalpe
Die große Freiner Reibn

Freiner Reibn

Voralpen, 2017; Text/Bilder: © Lukas Letz

Großer Proles, Kleiner Königskogel, Tonion, Hohe Student und Wildalpe – diese Voralpengipfel innerhalb EINER Skitour zählt zu den besten Schleifen Ostösterreichs. Wer fit genug ist, rund 2500 Höhenmeter, 30 Kilometer und steile Abfahrten zu bewältigen, wird ein unvergessliches Tourenerlebnis geschenkt bekommen.

Die Route

Großer und Kleiner Proles
Die zwei am Start4.30 Uhr und und wieder einmal stellt sich die Frage des Warums. Zwei Stunden später sollte sich diese Frage, als wir gerade Richtung Großen Proles gehen, ganz von selbst beantworten. Die ersten Sonnenstrahlen tauchen die umliegenden Berge in ein zartes Orange und kündigen einen großartigen Tag an. Der Ausgangspunkt für diese Tour ist Frein an der Mürz, bekannt als Schneeloch und mit zahlreichen lohnenden Powderabfahrten gesegnet. Nur 100 m südlich vom Ort zweigt eine kleine Forststraße in westliche Richtung ab – dieser folgt man, wobei man durch den Wald abkürzen kann. Wir wählen ein betont gemütliches Tempo und schraubten uns dem Sonnenaufgang entgegen. Entlang des Abbruchs des Hammergrabens vorbei und bei der ersten sich bietenden Gelegenheit flach zum Kamm. Diesem folgen wir weiter, bis wir nach kurzer Zeit am Gipfel des Großen Proles stehen. Von dort hat man einen schönen Ausblick auf die kommenden Routenabschnitte. Vom Großen Proles (1.565 m) geht es mit ein paar kurzen, abenteuerlichen Fellabfahrten in einen kleinen Sattel und von diesem steil hinauf zum Kleinen Proles (1.579 m).

Proles
Blick zur imposanten Gipfelwand des Großen Proles

Königskogel und Tonion
Der folgende Abschnitt ist auch gleich eine der beiden Schlüsselstellen des Tages: die sehr steile und lawinengefährliche Abfahrt vom Kleinen Proles (die Abfahrt liegt ab 7 Uhr in der Sonne, was große Nassschneelawinengefahr bewirkt) – hier heißt es aufpassen und die richtigen Verhältnisse abwarten. Uns war der Hang aufgrund der warmen Temperaturen der letzten Tage nicht ganz geheuer, weshalb wir eine Umgehungsvariante im westlichen Wald wählten (gleich steil, dafür im Schatten). So kamen wir schnell und sicher in die Krautgärten und hatten von hier schon Gipfel Nummer drei im Blick: den Kleinen Königskogel. Der Weg dorthin verläuft über einen flachen Rücken und gehört sicherlich zu den landschaftlichen Highlights der Tour (den Föllbaumkogel umgeht man westlich). Nach kurzer Zeit steilt sich der Rücken des Königskogels auf und wir folgen diesem bis zum Gipfelkreuz des Kleinen Königkogels (1.552 m).

Königskogel
Gipfel Nummer 3 in Sicht, der Kleine Königskogel

Wenn man gut in der Zeit liegt und motiviert ist, kann man von hier aus noch einen kleinen Abstecher auf den Großen Königskogel unternehmen, ansonsten erfolgt die Abfahrt in Richtung Königsalm und von dort über malerische Almböden Richtung Herrenboden, von wo sich ein großartiger Ausblick etwa auf die Hohe Veitsch und den Großen Wildkamm. Der anschließende Aufstieg zum Hochschnabeltörl kann zu einer schweißtreibenden Angelegenheit werden. Hier marschieren wir anfangs in nördlicher, dann in westlicher Richtung am Sonntagskogel vorbei zum Gipfel der Tonion (1.699 m). Schon beim Aufstieg zur Tonion empfiehlt es sich einen Blick in die Einfahrt des Jodeljochs zu werfen, der zweiten Schlüsselstelle des Tages. Vom Joch fahren wir nördlich anfangs über fantastische Pulverschneehänge hinab, bis sich die Rinne deutlich aufsteilt. Vorsicht in der Rinne: nach Neuschnee extrem lawinengefährlich! Doch auch dieser "Type 2 Fun" nimmt ein Ende und wir erreichen die Forststraße, der wir bis in den Talboden folgen.

Studentalm
Die liebliche Studentenalm – jetzt ist es nicht mehr weit

Student und Wildalpe
Die zweiNun hieß es abermals auffellen, um die letzten 900 Höhenmeter in Angriff zu nehmen. Durch den Arzgraben und den Bärenboden schraubt man sich langsam, aber stetig 500 Höhenmeter durch den Wald bis zum Gipfel der Hohen Student (siehe Bild links, 1.539 m) hinauf. Obwohl man zu diesem Zeitpunkt die letzten Stunden deutlich in den Beinen spürt, steigt die Motivation, da sich nun langsam ein Ende abzeichnet. Die Abfahrt in nordöstlicher Richtung zum Freinsattel (über Leirerboden und Ochsenhalterstein) ist von der Orientierung einer der schwierigsten Abschnitte der ganzen Tour, da sich viele Möglichkeiten für Verhauer eröffnen (die in einem anderen Tal enden würden.). Hier zahlen sich Ortkenntnis, eine gute Karte oder ein GPS aus.  Nach einigen Zick-Zack-Einlagen erreichen wir endlich den Freinsattel und mit dem Wissen, dass es von hier an nur mehr 400 Höhenmeter sein würden, geht es mit nun doch schon schweren Beinen über den Gsenger zum schon von der Weite sichtbaren Gipfel der Wildalpe (1.523 m).

Ein großartiger Tag, eine großartige Runde mit einem großartigen Partner (merci Jakob!) – was will man mehr. Die Abfahrt von der Wildalpe südöstlich Richtung Frein war dann trotz der katastrophalen Schneequalität nur mehr die Krönung eines grandiosen Tages (bei der Einfahrt aufpassen, auch hier Lawinengefahr).


Ausgangspunkt:
Route:
Frein an der Mürz – Großer Proles – Kleiner Proles – Krautgärten  – Kleiner Königskogel  – Königsalm  –  Herrenboden – Hochschnabeltörl – Tonion – Jodeljoch – Arzgraben – Bärenboden – Hohe Student – Freinsattel – Gsenger – Wildalpe – Frein
Gesamtkilometer:
30
Gesamthöhenmeter:
Pfeil up Pfeil down 2500
Gesamtgehzeit (in Stunden):
Pfeil up Pfeil down ca. 7-10 Stunden
Lawinengefahr:
Lawinengefahr bei der Abfahrt vom Kleinen Proles und Jodeljoch (unter Umständen auch die Abfahrt von der Wildalpe)
Ausrüstung:
Abbruchmöglichkeiten:
Praktisch von jedem Gipfel kann man direkt nach Frein abfahren
Karte:

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