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Mountainbiken rund um Wien

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Durch die Seelenlandschaft des

Hochschwab

(2277m, Steirische Voralpen, Skitour, 3/2002)

Hochschwab-Gipfel

"Wer hier nur Wald und Felsen sieht, hat nichts begriffen. Der Hochschwab ist nicht eigentlich Gebirg´, er ist eine Seelenlandschaft: weit und eng, sanft und schroff - und so romantisch",

schrieb Peter Baumgartner über den Hochschwab.

Wie recht er hat! Der Hochschwab bietet alle Reize, die man sich von einem Berg nur wünschen kann. Das einmal weite, dann enge Seetal, der geheimnisvolle Böse Wald, die engen Felsschluchten der Dullwitz, die unendliche Weite des Hochschwab-Plateaus: Der Hochschwab ist ein Gebirge der Vielfalt, eine Berg-Welt für sich. Wer auch nur einen Tag durch diesen kleinen Montan-Kosmos wandert, wird gereinigt und sorgenfrei wieder zurückkommen. Mir Garantie!

Im Seetal wird man auch im Frühjahr genügend Schnee vorfinden, sogar zu Ostern sind meist noch Skitouren bis zum Gipfel möglich. Die geringe Lawinengefahr und die vielen Möglichkeiten haben den Hochschwab zu einem beliebten und traditionsreichen Skitourengelände vor allem für die "Stoansteirer" gemacht.

Ausgangspunkt:

Seewiesen: Wir biegen bei einer kleinen Kapelle in das Seetal ein und dürfen bis zu einem Parkplatz (Schranken, 942m) fahren.

Aufstieg:

4,5 Stunden, 1350 Hm

 

 

 

Durch das Seetal der Voisthalerhütte entgegen

Zunächst eben dahin über eine Forststraße, durch den Lettanger und den Bösen Wald (1042m) bis zu einer kleinen Steilstufe, die links über ein breites Schuttbett umgangen wird. Eine Markierung weist dann rechts in einen Waldweg, dem wir bis zur Florlhütte (Untere Dullwitz Alm, 1284m) folgen. Diese kleine, urige Hütte hat an schönen Winterwochenenden meist geöffnet, eine Einkehr zahlt sich auf jeden Fall aus.

Nun weiter durch den lichter werdenden Wald durch die Untere Dullwitz über eine weitere Steilstufe zum Höllkampl, einem Sattel mit dem sog. Franzosenkreuz, das an die erfolgreiche Landverteidigung gegen die Franzosen 1805 erinnert. Nun etwas bergab in den Höllboden und wieder steiler hinauf zur Voisthaler Hütte (1654m). Bis hierher sind wir etwa 2,5 Stunden unterwegs.

Die folgende Etappe durch das Hochtal der Oberen Dullwitz, die durch engere Felsschluchten leitet, genießen wir und schauen hoch zum Wetter Kogel rechts und die Kletterparadiese der Karlmauer links. Nach weiteren 20 Minuten erreichen wir den Talschluss vor dem Trawies Sattel (1898m).

Nun rechts der Stangenmarkierung nach (für Skitourengeher wurden eigene Stangen aufgestellt, die bis zum Gipfel leiten) über den steileren Graf Meran Steig. Hat man den bewältigt und den Punkt "2000 Meter" auf dem Rotgangboden erreicht, liegt die schwierigste und längste Wegstrecke schon hinter uns.

Der Weiterweg führt in sanftem Auf und Ab am Schiestlhaus (2153 m) vorbei, wo wir schon das Gipfelkreuz des Hochschwabs erkennen. Hier bieten sich zwei Möglichkeiten an: Bei ordentlicher Schneeauflage gerade weiter, den Stangen nach über den zuerst steinigen Gipfelaufschwung des Kleinen Schwaben (meist vereist), dann nach rechts über einen steilen Hang und über mehrere Wächtengrate zum großen Gipfelkreuz. Oder wir queren in Richtung Hütte und steigen dort per Ski über den breiten Rücken hoch. Geschafft! 2277 Meter und ein herrlicher Ausblick von der Donau bis zu den Gesäusebergen und Julischen Alpen. An klaren Tagen reicht der Blick sogar bis zum Großglockner.

Abfahrt:

1,5 Stunden

Die Abfahrt folgt dem Aufstiegsweg.

Tipps und wichtige Hinweise:

 

  • Genügend Trinkbares mitnehmen, will man die lange Strecke bis zum Gipfel durchhalten!
  • Lawinengefahr: kaum. Die Steilstufen sind meist pistenartig abgefahren, nur von den Felswänden der Dullwitz kann bei ungünstigen Verhältnissen Schneebrettgefahr drohen.
  • Nicht zu unterschätzen sind die ungünstigen Wetterverhältnisse an dieser Wetterscheide (bei Nebel und Sturm ist unbedingt von einer Tour auf den Hochschwab abzuraten!).

Wissenswertes:

Der Hochschwab wurde am 9.März 1895 von Toni Schruf über die Häuselalm erstbestiegen - per Ski, womit der Tourenskilauf in diesem Alpenteil eingeführt wurde.

Nur rund 17 % des Hochschwab-Massivs bestehen aus undurchlässigen Gesteinen, nahezu 83% hingegen aus verkarstungsfähigem Gestein, durch die ein Großteil der Niederschläge und des Schmelzwasser ins Berginnere gelangen. Aus unterirdischen Seen erhält Wien den Großteil seines Trinkwassers.

Literatur/Karte:

Hans Hödl, Norbert Hausegger: Der Hochschwab. Bergsteiger erzählen.

Karte: freytag & Berndt WK 041 (Hochschwab, Veitschalpe, Eisenerz-Bruck/Mur)