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Zdarskys Testgelände

Paulmauer

Schneeschuhtour von St. Aegyd/Neuwalde, Türnitzer Alpen, 27. Dezember 2003


Von Thomas Rambauske

Intro

Die Paulmauer über St. Aegyd am Neuwalde zwischen Lilienfeld und Mariazell eignet sich geradezu ideal zum Einstieg in die Leidenschaft des Schneeschuhgehens. Und es wird - das kann ich dir garantieren! - Liebe auf den ersten Blick sein - zu den Tellern nämlich, die für immer mehr die Welt bedeuten, weil sie eben neue (Winter-)Welten erschließen.

Sanft geneigte Hänge, viele schneereiche Lichtungen und vor allem die idyllische Alm-Hochfläche erweisen sich als ausgezeichnetes Testgelände - wie anno dazumal wahrscheinlich auch für Skipionier Mathias Zdarsky. Es kommt nicht von ungefähr, dass er in dieser Gegend aus Schneeschuhen (sic!) den Ski erfunden hat! Aber zurück zum Traisenberg: Da lässt es sich auch abseits der Wege durch den Schnee stapfen und die neue Freiheit genießen, die die großen Teller an den Füßen nunmal gewähren.
Des Vergnügens noch nicht genug, liegt auch noch die Zdarsky Hütte am Weg, die wochenendes und feiertags zum Schweinsbratl- und Fleischknödl-Mahl einlädt.

Na dann, Teller an und auf!


Aufstieg

St. Aegyd (Ortszentrum, Gasthof "Blumentritt", 588 m) - Zdarsky Hütte (1082 m) - Starkhöhe - Paulmauer (1247 m)

HU ca. 660 m / GZ 2,5 Stunden

Gehen, Schneeschuhgehen ...

 

Das originelle Kreuz der Paulmauer

Vom Ortszentrum hinaus den Wegweisern "Zdarsky Hütte" nach. An der Kapelle des Heiligen Aegydius oder Hubertuskapelle, einem hübschen Aussichtsbalkon über St. Aegyd, legen wir bei genügend hoher Schneelage die Schneeschuhe an, um dann über den Hans Wancura-Steig in sanft geneigten Kehren auf den Traisenberg zu wandern - hin und wieder, gewährt uns auch Eure Hoheit, der Schneeberg die Ehre eines flüchtigen Anblicks. Vorbei an der "Hermannsrast", einem weiteren Aussichtsbalkon mit Blick auf Gippel und Göller. Schließlich auf den Max und Ferdl-Steig gewechselt. Nach 1 ¼ Stunden erreicht man die baumfreie Hochfläche des Traisenberges und zieht gemächlich an einer Hütte vorbei den Stangen nach zur, im Wald versteckten Zdarsky Hütte. An sich eine gemütliche Unterkunft, die man allerdings bei Überfüllung meiden sollte - die sehr bemühten Wirtsleut' neigen zur Überforderung, sodass auf Schweinsbratl usw. gut und gerne 1-1,5 Stunden gewartet werden muss.

Hinter der Hütte vorbei kurz durch Wald, dann über den weitsichtigen Kamm der Starkhöhe, wo man Seele ruhig baumeln lassen darf, ist hier doch nichts anderes zu vernehmen als das Knirschen des Schnees und das Klappern der Teller ...
Sobald man die Wegkreuzung "Paulmauer", "Türnitzer Hütte" erreicht, links einen Weidezaun entlang in etwa 20 Minuten auf die Felskanzel der Paulmauer (1 Stunde von der Hütte weg). Allein das Gipfelkreuz mit einem Stein inmitten eines halboffenen Kreises ist etwas Besonderes:

Christus die Mitte.
Der Stein.
Wir sind der Kreis. offen.
Offen für alle. Für dich.
Zwei aufrechte Balken.
Er
Ist stets neben dir.


Sonnenuntergang

Abstieg

Zdarsky Hütte - Bürgeralpe - sonst Aufstiegsweg

GZ 1,5 Stunden

 

Vom Gipfel wieder zur Zdarsky Hütte retour, gleich danach aber - die Schneeschuhe machen's möglich! - vom Weg ab zur Bürgeralpe hinauf und dort über den Kammverlauf die Schneeschuh-Freiheit und den Sonnenuntergang genießen!

Ansonsten wieder retour zur Stangenmarkierung des Aufstiegsweges und nach St. Aegyd hinunter.

Fast am Weg liegt das sog. Osterkirchlein, das 1851 von Kaspar Teubl nach einem Gelübde in schwerer Krankheit erbaut wurde. Von dort öffnet sich ein herrlicher Blick auf St. Aegyd sowie auf Gippel und Göller.

Das Osterkirchlein


Mathias Zdarsky

Mathias ZdarskyMathias Zdarsky (1856-1940), DIE historische Lokallegende Lilienfelds schlechthin, gilt als "Vater des alpinen Skilaufs". Als zehntes Kind eines Müllers in Südmähren geboren, wurde er Lehrer, Maler und Bildhauer. Auf der Suche nach einem Ort, an dem er seinen wissenschaftlichen Neigungen in Ruhe nachgehen konnte, ließ er sich um 1889 in Lilienfeld nieder. Hier entwickelte die für das Flachland konzipierten Schneeschuhe weiter und erfand die sog. "Lilienfelder Skibindung", die durch die feste Verbindung mit den Skiflächen erstmals Steilabfahrten und Torläufe ermöglichte. In den folgenden Jahren entwickelte er die Skifahrtechnik weiter, was ihm eine Vielzahl von Preisen und Ehrungen eintrug. Sein Buch "Die Lilienfelder Skilauf-Technik" (1897) erschien bis 1925 in 17 Auflagen und verlieh dem Skilauf die entsprechende Breitenwirkung.


Schwierigkeiten:
Keinerlei Schwierigkeiten
Lawinengefahr: Keine
Höhenmeter: 700 m
Gesamtgehzeit: ca. 4-4,5 Stunden
Beste Jahreszeit: Hochwinter
Kinder: Ab 13
Hund und Katz': Gut geeignet
Ausrüstung: Pack-Checkliste >>>
Einkehrmöglichkeiten: Zdarsky Hütte
Sehens- und Wissenswertes: St. Aegyd am Neuwalde: Ort und Pfarrkirche reichen in das 13. Jahrhundert zurück. Die gotisch-barocke Pfarrkriche weist ein Altarbild des Kremser Schmid auf.
Karte: ÖK 73 "Türnitz"
Internet:

St. Aegyd am Neuwalde