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Die Rax für mich allein

Rax Höllental-AussichtJakobskogel

Rax

Jänner 2009

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Selten findet man die Rax in der Nähe Wiens so verlassen vor wie an manchen Wintertagen. Trotzdem deren sanft bekupptes Hochplateau im Gegensatz zum schroffen Nachbarn Schneeberg ein ideales Gelände für Schneeschuhtouren darstellt. Nie steil, meist in der Sonne und ausblicksreich marschiert es sich da mal über weite Ebenen, mal durch kleine Wäldchen, von Hütte zu Hütte und Highlight zu Highlight. Nicht zu unterschätzen sind allerdings die für die Rax typischen orkanartigen Stürme samt Kälte und schlechter Sicht (siehe Film) ...

Route

Rax-Seilbahn-Station (1545 m, Schneeschuhe können beim Raxalpen Berggasthof ausgeliehen werden) – Praterstern (1623 m) – Höllental-Aussicht (1620 m) – Wolfgang Dirnbacher Hütte (1477 m) Jakobskogel (1737 m) – Otto Haus (1644 m) – Rax-Seilbahn-Station (1545 m)

up 500 m down 450 m, GZ 4 ½

Höllental-Aussicht
Fulminanter Tiefblick von der Höllentalaussicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 




sonne

Wenn sie schon da ist, sollte man sie auch benützen: die Rax-Seilbahn. Es ist ka Schand', man sichert Arbeitsplätze und sich selbst einen flotten Anstieg vom aperen Tal ins Traumreich der Trapper und Skitourengeher. Bequem schweben wir mit ihr bis zur Bergstation in 1500 m hoch. Schneeschuhe angelegt und den Wegweisern nach durch eine Waldschneise der Schlepplifttrasse zugestrebt. Diese gekreuzt und unsteil hoch zum Gatterl-Kreuz. Begleitet vom rechts liegenden Schneeberg bis zum "Praterstern" vor dem Otto Haus (30 Minuten). So einen "Praterstern" gibt es auch unweit des berühmten Vergnügungsparks in Wien, beiden gleich, dass sich hier viele Wege kreuzen, bei dem auf der Rax allerdings fehlen Straßenbahnen und Riesenrad. Am Raxer Praterstern rechts Richtung Höllentalaussicht. Leicht bergab durch eine Hügelkerbe, an deren Ende blau markiert nordwestlich hoch am Wegweiser "Dirnbacher Hütte" vorbei bis zu einem Balkon, die Höllental-Aussicht (20 Minuten). Toller Blick hinab in den zerklüfteten Canyon (20 Minuten) der Schwarza. Nun zum Wegweiser retour und bergab durch netten Wald, wo man im Gegensatz zum meist sturmumtobten Rax-Plateau stets erholsame Windstille vorfinden wird. Nach weiteren 30 Minuten erreicht man über waldiges Auf und Ab die Wolfgang Dirnbacher Hütte, einen Unterstand mit Winterraum. Nun ein Stück zurück bis zur Abzweigung "Neue Seehütte", von wo die gelbe Markierung durch steileren Wald wieder zur Hochfläche zurück führt.

Raxplateau

Ab nun übernehmen Stangen die Funktion der Wegführung und leiten über mehrere Kuppen hinweg bis zum Fuß des Jakobskogels. Spätestens hier wird man wieder vom, für die Rax so typischen, Sturm gebeutelt. Sollte es die Sicht erlauben, steuert man direkt das gut sichtbare Gipfelkreuz des Jakobskogels an. Nie besonders steil, aber meist auf windgepresstem Harsch zum höchsten Punkt des Tages (1,25 Stunden). Tolle Aussicht auf Schneeberg und andere bekannte Wiener Hausberge sowie das Ottohaus am Fuß des Jakobskogels.
Dieses angesteuert, um uns aufzupeppeln, so die Hütte geöffnet hat. Vom Ottohaus ist es nur mehr ein 30-minütiger Katzensprung zurück zur Bergstation der Rax-Seilbahn (Restaurant). Da von hier kein Weg zurück zum Parkplatz der Seilbahn hinabführt, kommen wir nicht umhin, mit derselbigen wieder zu Tal zu schweben. Is' ja ka Schand' ...

Rax

Die Bezeichnung "Rax" ist auf das Adjektiv "rau" zurückzuführen, was die Natur dieses Berges treffend charakterisiert: Bei Schlechtwetter ist's dort oben mehr als rau ...

Alpinhistorisch erwähnenswert ist das Erscheinen des ersten Raxführers 1894, in dem der Autor Fritz Benesch den Versuch unternahm, mit einer "Vergleichsweisen Rangeinteilung der Steige nach ihrer Schwierigkeit" die erste alpine Schwierigkeitsbewertung zu definieren. Diese Benesch-Skala hatte sieben Schwierigkeitsstufen, I war am schwierigsten, VII am leichtesten.
Zudem galt die Raxalpe auch als Geburtsstätte der Wiener Alpinschule.
Die Rax war durch viele Jahrzehnte Refugium und Klettergebiet von Viktor Frankl. Mehrere Klettersteige sowie eine Straße in Reichenau tragen seinen Namen.
1926 wurde auf der Heukuppe ein Heldendenkmal errichtet, das an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Mitglieder des Österreichischen Touristenklubs erinnert. 1956 wurde die Inschrift um die im Zweiten Weltkrieg Gefallenen erweitert.

Die Hütten

Das Otto DirnbacherhütteHaus besteht seit 1893 und ist aufgrund seines großteils erhaltenen Jahrhundertwendeflairs sehr sehenswert. Die Hütte gehört zu den meist frequentierten auf der Rax und ist an schönen Wochenenden und Feiertagen oft überlaufen.
Die Wolfgang Dirnbacher-Hütte (Bild rechts) wurde 1914 durch die alpine Gesellschaft "D' Holzknecht" errichtet und nach dem Landtagsabgeordneten Wolfgang Dirnbacher dem Älteren benannt. Dirnbacher war überdies langjähriger Hüttenwart der Alpinen Gesellschaft "Holzknecht".

Ausgangspunkt:
Schwierigkeiten: Orientierungschwierigkeiten bei schlechten Sichtverhältnissen, Nebel und Sturm. Letzterer kann sich auf der Rax schnell zu einem 100-kmh-Orkan auswachsen – Sturmhaube, Skibrillen und gute Handschuhe nicht vergessen!

Sturm

Da es am Lieblingsberg der Wiener gerne eisig wird, sollten unbedingt alpintaugliche Schneeschuhe mit Harscheisen angeschnallt werden!

Lawinengefahr: Keine
Gesamtgehzeit: 4 - 4 1/2 Stunden
Beste Jahreszeit: Hochwinter
Eignung für Kinder: Ja, für ältere, gehfeste Kids
Eignung für Hund & Katz': Ja, für ältere, gehfeste Dogs
Ausrüstung: Pack-Checkliste Schneeschuhgehen
Einkehrmöglichkeiten: Otto Haus, Restaurant Bergstation
Karte: Freytag & berndt, WK 022 "Semmering, Rax, Schneeberg"
Internet: www.raxseilbahn.com

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