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Mehr als Entenschritte

SchneeRAXen

Jänner 2008
schneeraxen

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Über das endlos weitläufige, sonnenüberflutete Raxplateau zu wandern, hat ein eigenes, nur diesen Berg typisches Flair. Das Rax-Feeling – viele Wiener werden mir das bestätigen – ist so einzigartig, dass man dafür einen neuen Begriff erfinden müsste.

Route

Rax-Seilbahn-Station (1545 m, Schneeschuhe können beim Raxalpen Berggasthof ausgeliehen werden) – PratersternOtto HausJakobskogelPreiner Wand (1783 m) – Seehütte (1648 m, 2 St.); retour über den Seeweg (2 St.)

up down 300 m, GZ 4 - 4 ½

otthaus
Kurz vor dem Otto Haus und dem Jakobskogels

Der niedliche Begriff "Entengehen" würde den Bergfreuden auf der Rax nicht gerecht. Treffender wäre etwa schneeraxen oder raxwandeln! Ja, das käme hin! Vor allem dann, wenn man aus dem frühlingsaperen Tal per Gondel hochschwebt und mit Trapperwerken an den Füßen zunächst die Schlepplifttrasse hoch, dann kreuzend zum Gatterl-Kreuz, dann über den "Praterstern" Richtung Otto Haus raxt (1644 m, 30 Min.). Von dort nie besonders steil, aber meist auf windgepresstem Harsch über die rund bekuppten Hügel des Jakobskogels und der Preiner Wand zur Seehütte. Unangenehm, ja gefährlich wird's nur, wenn es stürmt oder Nebel die Markierungsstangen verschluckt. Kaum zu toppendes Schneerax-Vergnügen am sog. Seeweg retour zur Bergstation der Rax-Seilbahn – lust- nein: raxwandeln in Reinkultur! Nahezu flach marschiert es sich da mal über sonnenfreie Ebenen, mal durch kleine Wäldchen, immerzu den Schneeberg, den großen Bruder der Rax vor sich, und den Gipfelaufschwung der Rax selbst hinter sich. Da es am Lieblingsberg der Wiener gerne eisig wird, sollten unbedingt alpintaugliche Schneeschuhe mit Harscheisen angeschnallt werden!

am seeweg
Schneeraxen in Reinkultur am Seeweg

Rax

Die Bezeichnung "Rax" ist auf das Adjektiv "rau" zurückzuführen, was die Natur dieses Berges treffend charakterisiert: Bei Schlechtwetter ist's dort oben mehr als rau ...

Alpinhistorisch erwähnenswert ist das Erscheinen des ersten Raxführers 1894, in dem der Autor Fritz Benesch den Versuch unternahm, mit einer "Vergleichsweisen Rangeinteilung der Steige nach ihrer Schwierigkeit" die erste alpine Schwierigkeitsbewertung zu definieren. Diese Benesch-Skala hatte sieben Schwierigkeitsstufen, I war am schwierigsten, VII am leichtesten.
Zudem galt die Raxalpe auch als Geburtsstätte der Wiener Alpinschule.
Die Rax war durch viele Jahrzehnte Refugium und Klettergebiet von Viktor Frankl. Mehrere Klettersteige sowie eine Straße in Reichenau tragen seinen Namen.
1926 wurde auf der Heukuppe ein Heldendenkmal errichtet, das an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Mitglieder des Österreichischen Touristenklubs erinnert. 1956 wurde die Inschrift um die im Zweiten Weltkrieg Gefallenen erweitert.

Die Hütten

seehütteDas Otto Haus besteht seit 1893 und ist aufgrund seines großteils erhaltenen Jahrhundertwendeflairs sehr sehenswert. Die Hütte gehört zu den meist frequentierten auf der Rax und ist an schönen Wochenenden und Feiertagen oft überlaufen.

Der Name der Neuen Seehütte stammt von einem mittlerweile versickerten See, der sich ursprünglich in der Nähe der alten Seehütte befand. Durch ihre zentrale Lage kommt der Hütte eine wichtige Rolle als Bergrettungshütte zu.

Ausgangspunkt:
Schwierigkeiten: Orientierungschwierigkeiten bei schlechten Sichtverhältnissen; Wächtengefahr am Kamm zwischen Jakobskogel, Preiner Wand sowie in der großen Senke östlich des Otto Hauses
Gesamtgehzeit: 4 - 4 1/2 Stunden
Beste Jahreszeit: Hochwinter bei Sonnenschein und Pulverschnee
Eignung für Kinder: Ja
Eignung für Hund & Katz': Ja
Ausrüstung: Pack-Checkliste Schneeschuhgehen
Einkehrmöglichkeiten: Otto Haus, Restaurant Bergstation (die Seehütte ist im Winter geschlossen)
Karte: Freytag & berndt, WK 022 "Semmering, Rax, Schneeberg"
Internet: www.raxseilbahn.com

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