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Die Pallavicini-Rinne der Wiener Hausberge
Schneeberg – Breite Ries

Breite Ries

Skitour, Wiener Hausberge, März 2012; Text/Bilder: © Thomas Rambauske

Schneeberg

Die Breite Ries (am Bild oben die größte Schneefläche) ist von den vielen möglichen Abfahrtsrouten vom Plateau des Schneebergs die bekannteste, beliebteste und wohl auch eine der landschaftlich beeindruckendsten – ein Must-Do für Schneeberg-Fans.
Trotzdem sollte sie vor allem im Hochwinter aufgrund von Lawinengefahr und bei eisigen Verhältnissen nicht unterschätzt werden. Beste Befahrungszeit: Frühjahr!

Die Route

AufstiegWer sich nicht sicher ist, der Rinne skifahrerisch gewachsen zu sein, begeht die Rinne auch im Aufstieg und sieht sich die Verhältnisse genau an – so wie wir. Die Breite Ries ist nämlich durchaus mit Fellen begehbar, die letzten, sehr steilen Meter werden die Ski getragen.

Bei der Talstation des Sesselliftes in Losenheim schnallen wir bei genügend Schnee die Ski an und folgen kurz der Skipiste, ehe ein Schild "Breite Ries, Bürklehütte" nach links ablenkt. Nun auf Forststraße und durch Wald bis zur Talsohle der Ries (je nach Schneeverhältnissen etwa 1 Stunde; andere Zustiegsvarianten siehe unten), die hier einem weiten Kar gleicht. Der nun folgende Aufstieg kann – je nach Schneeverhältnissen – zwischen 2 und 3 Stunden dauern.
Bevor sich das weite Kar verengt und von durchschnittlich 32° nochmals um 5° Grad aufsteilt, nehmen wir die Ski ab und tragen sie die letzten Meter hoch. Ach ja: Ausblick gibt es ja auch! Vom Höhepunkt der Ries aus gesehen, scheint sich das bis zum Horizont reichende Puchberger Becken geradezu zu uns hochzubiegen! Ehrfurcht einflößend der Tiefblick von der Kante in die Einfahrt der Rinne, die auf manche beängstigend wirken mag.

Blick hinunter

Man überhöre aber Angaben über die Steilheit der Einfahrt mit etwa 50 Grad, in Wahrheit sind mit Garantie nicht mehr als 38° zu bewältigen, womit die Steilheit mit der einer schwarzen Piste vergleichbar wäre, wo dasselbe gilt wie in der Ries: Am schwersten ist immer der erste Schwung; ist der sicher gesetzt, ergeben sich die weiteren automatisch und beginnt ein Wedelspaß sondergleichen. DIE Pallavicini-Rinne des Schneebergs hinunterzuwedeln, hat schon was – Yipppiiihhhyeih!! Sobald man die steile, aber keineswegs enge Einfahrt hinter sich gelassen hat, verbreitert sich die Ries tatsächlich zu einem Idealhang und bietet bis ins tiefste Frühjahr hinein besten Firngenuss.

Kaum zu glauben, dass hier 1905, also vor baldAbfahrt 100 Jahren, ein denkwürdiges Ereignis stattfand: Skipionier Mathias Zdarsky wagte genau hier in der Breiten Ries die erste Steilabfahrt der alpinen Geschichte und das mit Lederschuhen und Stahlsohlenbindung! Den Hintergrund für dieses Bravourstück lieferte die Konkurrenz zwischen Zdarskys "Lilienfelder Skitechnik", dem "Vorlagestemmschwung", und dem Norwegischen Telemark-Stil. Um die bessere Technik herauszufinden, lud Zdarsky am 5. Jänner 1905 Vertreter sowohl der norwegischen als auch der von ihm entwickelten Abfahrtstechnik zu einen "Vergleichsrennen" in die Breite Ries am Schneeberg. Gewonnen hat klarerweise Zdarsky. Und weil’s so toll war, wurde die Breite Ries Austragungsort traditioneller Skirennen, allerdings nicht lange, denn der doch recht beschwerliche Zustieg zum Start machte dem Trend schnell ein Ende.

Zurück ins Jahr 2012: Genüsslich wedeln wir zwischen den beschneiten Felsen der Rieswände und des Vestenkogels hinab, bis ein Stein seine Initialen in eine meiner Laufflächen eingraviert. Danke sehr. In allen Teilen der Ries, besonders aber in der Rinne unterhalb der Einfahrt, muss man vor allem im Frühjahr mit ausgeaperten Felsen oder Steinen rechnen. Dosiertes Tempo und entsprechendes vorausschauendes Fahren kann unangenehme Folgen in Form von Stürzen oder gröberen Schäden am Ski verhindern. Die Abfahrt kann sich aber im doppelten Sinne sehen lassen: Erstens carven wir mitten in das grüne Puchberger Becken, zweitens immerhin 800 Höhenmeter hinunter! Im Hochwinter ist es sogar möglich, noch weitere 600 Hm ins Schneebergdörfl abzufahren – das aber ist eine andere Geschichte ...
Am Nördlichen Grafensteig oder knapp darunter ist meist das Ende der Abfahrt erreicht, einzelne Schneezungen reichen vielleicht noch etwas in den Wald hinein. Nach einem zufriedenen Blick zurück schultern wir die Ski und steigen etwa eine Stunde über den rot markierten Weg zur Sesselbahn-Talstation zurück (andere Varianten führt ins Schneebergdörfl).

Zustiege

ZustiegVon Losenheim (siehe Bild): Ausgangspunkt ist die Talstation des Sesselliftes bei Losenheim. Über die Skipiste, bis links eine Forststraße abzweigt. Dieser folgen, bis in einer Kehre ein Weg (Schild) zur Breiten Ries lenkt. Diesem folgen wir bis ins weite Kar der B. Ries.

Über den Fadensteig: Per Lift von Losenheim bis zur Bergstation (zu Fuß etwa 1 Stunde), von dort in Kürze zur Edelweißhütte und auf dem markierten Fadensteig zum nördlichen Plateaurand des Schneebergs. Vorsicht, der Fadensteig ist stellenweise ausgesetzt (Stellen I) und kann bis in den Frühling vereist sein, weshalb er dann ohne Steigeisen kaum machbar ist! Am Plateau folgt man in nördlicher Richtung leicht ansteigend den Markierungsstangen Richtung Kaiserstein/Fischerhütte bis zur Scharte, die die Einfahrt in die Breite Ries darstellt.

Weitere Bilder

Schild Kar Luki Ski tragen Engstelle
Vergrößern durch Klick auf Bilder

Lexikon: Mathias Zdarsky

Mathias Zdarsky (* 25. Februar 1856 in Kozichowitz bei Trebitsch; † 20. Juni 1940 in St. Pölten) war einer der ersten Skipioniere und gilt als einer der Begründer der alpinen Skilauftechnik. Außerdem war er als Lehrer, Maler und Bildhauer tätig.
Quelle: Wikipedia (mehr erfahren >>>)

Schneeberg

Der Schneeberg ist ein Kalksteinmassiv in den Niederösterreichisch-Steirischen Kalkalpen. Der höchste Punkt des Schneeberges, das Klosterwappen, ist mit einer Höhe von 2.076 m ü. A. der höchste Gipfel Niederösterreichs. Mit dem Gipfel des Kaisersteins (2.061 m) bildet der Schneeberg den östlichsten Zweitausender der Alpen, bevor sich diese zum Wiener Becken absenken.
Quelle: Wikipedia (mehr erfahren >>>)

Video



Ausgangspunkt:
Größere Kartenansicht
Route:
Siehe oben
Gesamthöhenmeter:
Pfeil up Pfeil down 1150
Gesamtgehzeit (in Stunden):
Pfeil up ca. 4 Pfeil down ca. 1
Schwierigkeiten:
Vorsicht im Hochwinter bei ungünstigen Schnee- und eisigen Verhältnissen
Eignung für Kinder:
Für gute Jung-Skifahrer ist die Rinne durchaus machbar
Ausrüstung:
Einkehrmöglichkeiten:
Losenheim, Talstation Sessellift oder Forellenhof knapp unterhalb
Karte:
Freytag & berndt "Wiener Hausberge"
Hilfreiche Links:

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