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Naturschauspiel
Liechtensteinklamm

Leichtensteinklamm

Wanderung, Salzburger Land, 2021; Text/Bilder: © Thomas Rambauske

Schon von weitem verrät permanentes Rauschen und Tosen, dass man sich einem gewaltigen Naturschauspiel nähert. Die Liechtensteinklamm am Eingang ins Großarltal in St. Johann im Pongau (Salzburger Land) zieht wie kaum eine andere Schlucht in den Bann.

Mit ihren gut 4000 Metern Länge (davon können rund 1000 begangen werden) gehört sie zu den längsten, tiefsten und beeindruckendsten Wildwasserschluchten der Alpen. Sie fasziniert mit der ungestümen Wildheit des Wassers, den steilen Felsmauern, die sich über den Besuchern auftürmen, und einer Atmosphäre, die an eine zauberhafte Märchenlandschaft erinnert.
Gebildet hat die Schluchten das smaragdgrüne Wasser der Großarler Ache (Großarlbach).  Über Jahrtausende schürfte, fraß und grub sich der "Bach" in die Schlucht und formte die heute so beeindruckenden Klammtore, Kolke und bis zu 300 m hohen, glatten Felsklippen. Nicht von ungefäh gehört die Klamm zu den prominentesten Naturdenkmälern Österreichs.

Leichtensteinklamm  

Geschichte
Die Klamm hat schon vor über einem Jahrhundert beeindruckt, weswegen man im Jahre 1875 mit ihrer Erschließung begann. Finanziert wurden die Arbeiten von Fürst Johann II. von Liechtenstein, nach dem die Klamm schließlich auch benannt wurde.
Als es im Jahre 2017 zu einem gewaltigen Felssturz kam und die damaligen Besucher nur mit Glück überlebten, wurden die Anlagen in den letzten Jahren saniert, sicherheitstechnisch auf neusten Stand gebracht und am 11. Juni 2020 wieder der Öffentlichkeit übergeben. Im Zuge der Sanierung wurden insgesamt drei Tunnel, vier Galerien und 60 Steinschlagnetze mit einer Gesamtlänge von 1.100 m errichtet zumindest ein Versuch, der Wildheit der Natur Herr zu werden. Highlight ist die imposant angelegte Treppenanlage "Helix", die als stählerne Wendeltreppe 30 Meter in die Tiefe, von der Ober- in die Unterwelt des Wassers, führt. Hier tief unten fast am Grund der Klamm wird das Tosen ohrenbetäubend, benetzt uns Sprühnebel und von den Felsen tropfendes Wasser, verschluckt das schäumende Wasser unsere Staunensrufe.

Leichtensteinklamm
Spektakulär windet sich die Treppenanlage "Helix" in die Tiefe ...

Wanderung
Die Wanderung durch die Klamm dauert ca. 1 Stunde. Auf Holz- und Metallstegen, durch Tunnels und über Brücken und aussichtsreiche Galerien bewegt man sich schauend und staunend durch die Klamm. Achtung: Wer nicht "stauend" im Tross einer Völkerwanderung unterwegs sein will, sollte die Wanderung durch die Klamm früh am Morgen oder spät am Nachmittag unternehmen. Auch im September und Oktober (und nicht im Juli/August) hat man halbwegs freie Bahn.
Ein besonderes Highlight hält sich die Klamm für den Schluss auf: Dort öffnet sich die Schlucht noch einmal wie der Vorhang einer Bühne und gibt den Blick auf einen Wasserfall frei, der 50 Meter tief über die Felsen stürzt. Was für ein Erlebnis! Zurück geht es über denselben Weg, wobei die veränderte Perspektive ganz andere, neue Einblicke auf das Naturschauspiel freigibt. Lange noch klingt das Tosen und Rauschen des Wassers nach, ehe es am Talausgang ganz verklingt. Viel länger bleibt das Erlebnis in unserer Erinnerung.

Leichtensteinklamm
Selbst die Sonne dringt kaum in die Tiefe der Schlucht vor ...


Ausgangspunkt:
Erreichbarkeit
Per PKW über die A10 Tauernautobahn, Abfahrt Knoten Pongau – Bischofshofen – St. Johann. Von der Einfahrt St. Johann Süd sind es noch 4 km bis zur Liechtensteinklamm. Große kostenlose Parkplätze stehen den Besucherinnen und Besuchern zur Verfügung.
Per öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Klamm leider nicht zu erreichen.
Öffnungszeiten:
Von Anfang Mai bis Ende Oktober, im Winter ist die Klamm geschlossen.
Einkehr:
Im Eingangsbereich der Liechtensteinklamm befinden sich nebst einigen Souvenierläden und WC-Anlagen zwei Gaststätten. 
Tipps:
  • Festes Schuhwerk und wärmere Kleidung sind je nach Jahreszeit empfehlenswert.
  • In der Hauptsaison (Juli und August) kann es aufgrund des starken Besucherandrangs zu den Stoßzeiten von ca. 10.00 bis 14.00 Uhr zu Wartezeiten kommen. Deswegen empfehlenswert: Ein Besuch UNTER DER WOCHE am frühen Vormittag oder am späten Nachmittag.
Preise, Infos, Kontakt:

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