www.BergNews.com
www.bergnews.com www.bergnews.com

Am Wildwasserpfad
zur Marienseer Schwaig

Wanderung, Bucklige Welt, Mai 2024; Text/Bilder: © Thomas Rambauske

Der Themenpfad Wildwasser führt nah am Ufer des Pöstlingbachs von Mariensee bis zu einem Wasserfall. Danach kann in der Jausenstation Marienseer Schwaig aufgetankt werden. Zwischen lebendiger Natur, rauschendem Wasser und der weitläufigen Alm am Fuße des Hochwechsels erleben Wanderfamilien die besondere Landschaft der Buckligen Welt.

Am Wildwasser zur Himmelsstiege
Ausgangspunkt ist der Parkplatz beim Biotop Mariensee etwa 1,5 km außerhalb von Mariensee. Ebendort liegt ein kleiner Teich, der im Kleinen vorwegnimmt, was wir an Großem später erleben werden. Im Gewässer lebt neben allerlei Teichgetier die besondere Wechselkröte, eine bis zu neun Zentimeter große, marmorierte Amphibie. Von nun an bildet die mal rauschende, mal gurgelnde Stimme des Pöstlingbachs die Hintergrundmusik und erteilen uns mit kindgerechten Quizfragen versehene Infotafeln Auskunft über die besondere Fauna und Flora des naturbelassenen Gebiets.
Wir schultern den Rucksack und passieren auf der Straße die zwei Biotop-Parkplätze. Gleich danach überschreiten wir auf einer Brücke den Pöstlingbach und gelangen so zum Start des Wildwasserpfads, der uns laut Schild in 50 Minuten zum Wasserfall und in 2¾ Stunden zur Marienseer Schwaig führen soll. Der steinige und wurzelige Pfad fällt einmal schmäler, dann wieder breiter aus, manchmal kommen wir dem Ufer des Bachs ganz nah, ein anderes Mal entfernen wir uns wieder von ihm. Unverändert bleibt die intakte Natur, die hier sein kann, wie sie sein will.

Immer wieder zieht uns das recht stürmische Gewässer in Bann, das sich seinen Weg durch ein teils felsiges Gelände bahnt. Bei der 2. Station des Themenwegs werden wir aufgefordert, die Höhe einer uralten Riesenfichte zu errechnen. Weiter entlang des Bachufers zum sog. Orgelbaum, der sich quer über das Gewässer legt. Am Weg noch weitere seltene Bäume wie Spechtbäume und eine Blitzbuche, in die vor einiger Zeit der Blitz eingeschlagen hat. Was bedeutet, dass man bei Gewitter doch nicht „Buchen suchen“ sollte, wie uns das Sprichwort weismachen will ... Beeindruckend das Schluchtplatzl, von wo der Blick in eine wildromantische Schlucht fällt, durch die sich der Bach im Laufe der Jahrtausende sein Bett gegraben hat. Ja, am Wildwasserpfad gibt es tatsächlich eine Menge zu schauen und staunen. Vor allem beim Mühlenplatzl, wo eine Mini-Mühle samt Wasserrad an die einstige alte Mühle erinnert.

Bei einer Steinpyramide könnte man einen Stein dazulegen, das beschert laut Aberglaube Glück und ein langes Leben. Weiter am Pfad, wobei wir mit Hilfe von Holzstegen immer wieder das Ufer wechseln.
Bald danach erreichen wir eine Forststraße, auf der wir der sog. Steinernen Stiege zustreben. Nach wenigen Schritten lenkt uns ein Schild nach links in einen steilen Waldhang, durch den ein nicht leichter, steiniger Pfad entlang des Bachs bergauf führt (Achtung: Manche Stege waren zum Zeitpunkt der Begehung Ende April 2024 schwer bzw. gar nicht begehbar, sodass etwaige Umwege durch den steinigen Hang selbst gesucht werden müssen). Kurz vor und nach dem Wasserfall ist etwas Trittsicherheit nötig.
Nach anstrengenden 15 Minuten gelangen wir zum romantischen Wasserfall samt Biwak, einem überdachten Unterstand. An der Kante des etwa 20 Meter hohen Wasserfalls befindet sich eine kleine mit Geländer gesicherte Plattform. Von dieser lässt sich der Bach, der hier tosend und schäumend über mehrere Kaskaden zu Tal fällt, gefahrlos beobachten. Ein beeindruckendes und besonders an heißen Sommertagen erfrischendes Schauspiel!


Ein paar Schritte entlang des wieder friedlichen Bachs gelangen wir zu einer alten hölzernen Wassermessstation. Über die sog. steile Himmelsstiege gelangen wir zu einer Forststraße, auf der wir nun auf einen bequemen Schlendermodes schalten können.

Am Panoramaweg zur Marienseer Schwaig
Je höher wir nun kommen, desto mehr weichen die Bäume zurück und geben einen eindrucksvollen Blick auf den Wechsel und sein Umland frei. Es lohnt sich auch, sich hin und wieder umzublicken, um die liebliche Almlandschaft des Wechsels zu sehen. So wandern wir dahin, bis uns ein Schild nach rechts zur Marienseer Schwaig und ein weiteres nach links nach Mariensee lenken will. Diese Wegkreuzung merken wir uns, da wir hierher zurückkehren werden. Nun kurz durch Wald, ehe sich nach rund 10 Minuten die Weite des Wechsels auftut und wir über eine Kuhweide zur rustikalen Marienseer Schwaig gelangen, deren Geschichte bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zurückreicht. Rast und Einkehr, so die Jausenstation geöffnet ist!

Der Name "Schwaig" (mhd. sweige, ahd. sweiga) steht übrigens für Alm- und Sennhütte mit zugehöriger Weide. Hier lässt sich ein Hauch jener Wechselweiten erfühlen, für das Gebiet hier so beliebt und berühmt ist. Großartig das Panorama von den weiten Almen des Wechsels bis ins Wiener Becken und zum Neusiedler See.

Nach der Einkehr marschieren wir zur vorhin erwähnten Wegkreuzung zurück und folgen dem sog. Almweg auf einem Waldpfad durch Fichtenwald abwärts. Bald jedoch teilt sich der Weg: Während der Almweg etwas bequemer in einem weiten Bogen bergab führt, fällt der rot markierte Schindelsteig etwas steiler aus. Beide Weg treffen einander kurz vor Mariensee. Bei einem Wohnhaus betreten wir eine Forststraße, die uns in wenigen Schritten zu den Parkplätzen beim Biotop-Mariensee zurückführt.


Start- und Zielpunkt:
Parkplatz beim Biotop, ca. 1,5 km nach Mariensee
Route:
Parkplatz Biotop (975 m) – das Schluchtplatzl – Mühlenplatzl – Steinerne Stiege – Wasserfall (Biwak) – Himmelsstiege – Marienseer Schwaig (1.478 m) – Almweg (oder Schindelsteig) – Parkplatz Biotop (Mariensee)
Gesamthöhenmeter:
Pfeil up Pfeil down 500
Gesamtkilometer
ca. 10
Gesamtgehzeit (in Stunden):
ca. 3
Charakter:
Eine sehr nette, familiengerechte Wanderung, die sich perfekt für heiße Sommertag eignet, zumal der Wildwasserpfad vorwiegend durch schattigen Wald verläuft. Vorsicht ist im Frühjahr geboten, wenn noch Schnee über der Steinernen Stiege liegen kann.
Eignung für Kinder:
ab 11
Ausrüstung:
Einkehrmöglichkeiten:
Marienseer Schwaig (www.wieneralpen.at/alle-gastronomiebetriebe/a-marienseer-schwaig)
GPX-Track

© 2024 www.Bergnews.com