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Mountainbiken rund um Wien

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Unter Wechsel-Menschen

Hochwechsel
per Schneeschuh

März 2005

Hochwechsel

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Der Hochwechsel und sein exponiertes Hochplateau gehören wohl zu den sonnensichersten Wegen der Wiener Hausberge. Gerade richtig zum Austoben, Gehen, Schauen und Verweilen. Allein die Länge der hier vorgestellten Tour ist nicht jedermanns Sache. Was den Hochwechsel weiters ausmacht, ist sein Charisma, das zum großen Teil von dessen Besuchern genährt wird. Skitourengeher, Langläufer und eben Schneeschuhgeher geben sich hier gemütliches, genießerisches und gemächliches Stelldichein, dass es ein Vergnügen ist. Dieses erdig g'miatliche Bergrund, wo Hast und Leistungsdenken Fremdwörter sind, lockt eben nur erdig g'miatliche Menschen an.


1. Etappe

Mariensee (815 m) - Aspangberg - St. Peter - Kampsteiner Schwaig (1400 m)

HM ca. 600 / GZ 2 Stunden

Schild unweit der Kampsteiner Schwaig

Gleich nach der Ortsmitte von Mariensee rechts hinauf, der grünen Markierung nach. Der Weg zur Kampsteiner Schwaig ist im Gegensatz zum Aufstieg zur Marienseer Schwaig meist jungfräulich unverspurt, was für einen Schneeschuhgeher Mehrarbeit bedeutet.
Die asphaltierte Straße mündet bei einem Gehöft in einen Güterweg, dort bei einer Weggabelung rechts haltend, schließlich links dem Pfeil "Kampstein" nach. Linker Hand begleitet uns – noch weit entfernt - der Hochwechsel-Gipfel samt Hütte und Kapelle.
Nach 20 Minuten verengt sich die Güterstraße zu einem netten Waldsteig. Wir passieren ein Gehöft, eine Wegmarkierung gibt klar den Weg vor über freie Lichtungen und ein Waldstück, wo drei Kreuze an das biblische Golgotha-Geschehen erinnern. Dann entweder eine Forststraße in weiten Serpentinen oder geradewegs durch Jung-Tannenwald hoch bis zur Kampsteiner Schwaig, die leider vor Kurzem abgebrannt ist.


2. Etappe

Kampsteiner Schwaig (1400 m) - Mariazeller Kreuz - Schwarzer Herrgott - [Steinernes Kreuz - Arabichl (1595 m) - Schöberl Riegel - Umschuss Riegel (1720 m)] - Marienseer Schwaig (1478 m) - Hochwechsel (Wetterkogler Haus, 1743 m)

HM ca. 450 / GZ 3 Stunden

Eines der vielen Marterln

 

Marienseer Schwaig

 

Gipfelanstieg

Nun die lange Promenade über die weiten, sanften Höhen des Hochwechsels. Der rot markierte Weg 834 (= Gloggnitzer Rundwanderweg) gehört wohl zu den schönsten Routen der Wiener Hausberge. Nicht nur, dass es nie steil wird, auch den Augen bietet sich jede Menge Panorama-Nahrung.
Der Sonnenweg führt auf der Wechsel-Panoramaloipe über Sättel, Lichtungen und durch kleine Wälder an manch frommen Stätten vorbei wie dem Mariazeller Kreuz im Gipfelbereich der Frauenalpe, einer Wallfahrts-Rast (von hier nach Mariazell 2 Tage). Nach einem Wiesensattel zum sog. "Schwarzen Herrgott" (1403 m, errichtet 1959), wo es sich zu entscheiden heißt: Schwieriger über den Kamm des Hochwechsels, also über Steinernes Kreuz, Arabichl (1595 m), Schöberl Riegel, Umschuss Riegel zum höchsten Punkt der Runde, dem 1743 m hohen Hochwechsel.
Oder aber wirklich gemächlich entlang oder über die Feistritzer Schwaig auf der Wechsel-Panoramaloipe, die windgeschützt, immer präpariert und kaum steil um die Brust des Wechsels herum zur Marienseer Schwaig führt. Zugegeben: für einen Schneeschuhgeher etwas langweilig. Man wird die Entscheidung zwischen Oben-Drüber oder Quer-Herum allein dem Schnee überlassen. Ist der nämlich zu tief oder harschig für den windigen Kamm, wird man sich den Weg lieber mit den Langläufern teilen, die sich über dich zwar wundern, dir aber sehr freundlich begegnen werden. Man stört sie und ihre Wege ja nicht, wenn man auf der breiten Schneise zwischen den Loipen-Spuren bleibt. Und genau darin besteht ein besonderer Reiz dieser Tour: Man begegnet Menschen – Langläufern, Schneeschuhgehern und Skitourengehern –, die aus demselben Holz geschnitzt sind wie du - still und zufrieden seine Kreise ziehend, Last abwerfend und Kraft tankend, das Bergerlebnis nicht als Wettkampf, sondern als Mußezeit empfindend - "Wechsel-Menschen" eben. Manch einer wird dich vielleicht anhalten und fragen, wie man denn mit solchen Enten-Geräten vorwärts komme. Und ob man damit auch bergab fahren könne. Nein, das harre noch einer genialen Erfindung, da seien Langläufer sicher im Vorteil, während man mit Schneeschuhen hingegen den einen oder anderen Gipfel daneben mitnehmen könne, wie den Hochwechsel z.B.

Auf der Marienseer Schwaig (2 Stunden) treffen dann die verschiedenen "Wechsel-Menschen" zum Plausch, zur Einkehr, zum Aufbruch oder Abschiednehmen zusammen. Ha, das ist ein fröhliches Kommen und Gehen hier, ein Ankommen und Abfahren, ein unaufhörliches "Seavas!" und "Grüaß di!".

Am Gipfelhang bleibt der Schneeschuh-Maniac dann alleine, zu hart der windgepresste Schnee für eine ordentliche Abfahrt. Die Metallkrallen der Entenfüße greifen wunderbar, sodass nach 20 Minuten der menschenleere Gipfel erreicht ist, denn auch das Wetterkogler Haus schläft noch seine Winterruhe zu Ende.


3. Etappe

Marienseer Schwaig (1478 m) - Mariensee (815 m)

HM ca. 900 / GZ 1,5 Stunden

Der Abstieg mehr ein Abstapfen von der Marienseer Schwaig der roten Markierung nach durch mehr oder weniger dichten Wald und eine Lichtung zur Straße nach Mariensee. Hier hätte man im tiefen Waldschnee doch gerne zumindest kurze Figln dabei. Her mit dem Genie, das mir Schneeschuh-Ski liefert! Das kann doch nicht so schwer sein!


Schwierigkeiten:
Bis auf die Länge der Tour keine
Lawinengefahr: Keine
Höhenmeter: Etwa 1050 in Auf- und 900 m im Abstieg
Gesamtgehzeit: ca. 6,5 Stunden
Beste Jahreszeit: Hochwinter
Kinder: Die relativ kurzen Anstiege zur Kampsteiner bzw. zur Marienseer Schwaig (2-2,5 Stunden) ist sportlichen Schneezwergen durchaus zuzutrauen.
Hund und Katz': Nicht geeignet, nur die oben erwähnten kurzen Anstiege
Ausrüstung: Pack-Checkliste >>>
Einkehrmöglichkeiten:

Marienseer Schwaig

Karte: Freytag & berndt "Wanderatlas Wiener Hausberge" oder "WK 422