www.BergNews.com
www.bergnews.com www.bergnews.com

Mountainbiken rund um Wien

Follow us to facebook

Hohenstein

Dezember 2007, Schneeschuhtour, 1195 m

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Der Hohenstein bei Lilienfeld gleicht von Westen her gesehen tatsächlich einem "Hohen Stein", der ob seiner Steilheit unnahbar scheint. Ob er von der Führerliteratur deswegen beharrlich verschwiegen wird? Dabei führt eine für Schneeschuhgeher ideale Linie auf seinen Gipfel und weist die Tour mit dem sonnenüberfluteten Almplateau des "Himmels", dem wie für Trapper maßgeschneiderten Waldkamm zwischen Himmel, Engleitensattel und Gipfel sowie mit dem grandiosen Ausblick von ganz oben alle Vorzüge auf, die ihn zu einem Traumschneeschuhberg machen.


Aufstieg

Schrambach (385 m) - Ratzenecksteig - Bistumriegel - Ratzeneck - Am Himmel (Jausenstation) - Rote Mauer - Engleiten Sattel - Hohenstein (Otto Kandler Hütte, 1195 m)

HU ca. 850 m, GZ 4 ½ Stunden

Bankerl mit Aussicht beim Aufstieg
Ein Wintermärchen beim Aufstieg

 

Vom Wald in den sonnigen "Himmel"
Vom Wald in den sonnigen "Himmel"

 

Die Jausenstation "Am Himmel" ist leider verlassen
Die Jausenstation "Am Himmel" ist leider verlassen

Die Karre wird in Schrambach kurz nach Lilienfeld bei einer Brücke über die Traisen abgestellt. Kurz auf Straße ins Zögersbachtal, ehe links gelbe Wegweiser zum "Himmel" über den Ratzenecksteig und den Hohenstein verweisen (Weg 655). Also über eine Brücke und gleich zünftig in Serpentinen durch Wald hoch. Nach 30 Minuten lässt die Steilheit etwas nach, bei einem Bankerl mit Tisch lässt sich von diesem furiosen Auftakt aussichtsreich verschnaufen. Wenige Schritte auf Forststraße, ehe wir wieder nach links in Wald untertauchen. Am Bistumriegel wieder eine Forststraße gequert. Schließlich ab dem Ratzeneck über einen Waldkamm immer geradewegs südwestlich hoch. Beim nun folgenden Marsch durch lichten und unsteil geneigten Wald kommt abermals echtes Trapperfeeling auf. Nach 1 3/4 Stunden das erste wirkliche Highlight: der Himmel. Nomen est omen, tritt man hier doch aus der Schummrigkeit des Waldes auf ein großes, sonnenüberflutetes Almplateau samt Kreuz und dem - leider geschlossenen - "Almhaus am Himmel". Im Schatten eines der wenigen Bäume lässt es sich dennoch gut rasten und zum Ötscher, der Gemeindealpe und auch unserem Tagesziel hochsehen.
Nun am Gasthof vorbei und am Wald- und linken Lichtungsrand weiter bis zum nächsten Wegweiser, der uns vom Himmel in den Wald zurück lenkt. Die rote Markierung führt nun über einen schwach ausgeprägten Waldkamm - zurecht als einer der schönsten in den niederösterreichischen Voralpen angesehen -, hin und wieder aber etwas bergab, dann wieder aufwärts. Ob seiner sanft geschwungenen Form, aber auch der unterschiedlichen Schneearten wegen, die sich zwischen den Bäumen und Lichtungen finden, eignet sich dieses Gelände vorzüglich dafür, das richtige Gespür für Schnee sowie die richtige Technik und Gangart mit Entenfüßen zu erlernen. Eine Traumlinie jedenfalls, auf der man - man wundere sich! - vollkommen alleine unterwegs ist. Manchmal schwingt sich die Route wieder auf den Waldgrat auf, von wo sich zwischen riesigen Tannen und Fichten doch hin und wieder ein grandioser Fernblick erhaschen lässt. Nach weiteren 2 Stunden haben wir den Engleiten Sattel, eine große Wegkreuzung samt Bank, Tisch und Übersichtskarte, erreicht. Weiter auf einer Forststaße bis zu einer Lichtung mit Fütterungsstelle. Ab dort bleibt es jedem selbst überlassen, wie er den finalen Gipfelsturm ansetzt: entweder anstrengend diritissima bergan oder gemütlicher über eine schneeschuhgerecht angelegte Forststraße. Nach 45 Minuten (ab Engleiten Sattel) hat man auch schon den Gipfel mit der Otto Kandler Hütte (1195 m) erreicht. Das Gipfelpanorama: Reisalpe, KLosteralpe, Schneeberg, Rax, Göller, Veitsch, Hochschwab, Ötscher, an klaren Tagen bis Dachstein und Totes Gebirge.

Gipfelpanorama
Gipfelpanorama vom Hohenstein

Abstieg

Engleiten Sattel - Engleiten Graben - Oberhof - Niederhof - Zögersbachtal - Schrambach

HU ca. 850 m, GZ 2 ½ Stunden

Der Winter als Künstler
Der Winter als Künstler

Für den Abstieg bieten sich zwei Varianten an: Direkt vom Gipfel auf der rot markierten Forststraße in weiten Kehren in den Engleitengraben und zum Ausgangspunkt (2,5 Stunden) zurück oder aber man kehrt zum Engleiten Sattel zurück, um von hier, ebenfalls rot markiert, steil über den Norbert-Mader-Weg zum Oberhof im Engleitental abzusteigen - für Skitourengeher sicher das idealere Terrain als für Entengeher. Obwohl: Auch Könner des Entengangs gewinnen den federnden, weiten Abwärtsschritten mehr ab als langweiliger Forststraßenhatscherei. Die bleibt einem am Ende sowieso nicht erspart. Interessant am Norbert-Mader-Steig, wenn es durch eine schluchtartige, mit höheren Felsmauern begrenzte Einkerbung geht. Sobald man jedoch eine Brücke erreicht hat, wird's gemütlich, weil flach. Wenig später wird eine glatt gefahrene Forststraße erreicht, die - wenig ereignisreich, aber begleitet vom Zögersbach - zunächst zum Oberhof, dann durch die Siedlung des Niederhofs bis nach Schrambach zurückführt.

Otto Kandler Haus

Otto Kandler HausDas Haus wurde 1905 von der Alpinen Gesellschaft "D'Ennsecker" errichtet und nach ihrem Obmann Otto Kandler benannt. Die Gesellschaft hat sich inzwischen auflöst, seit 1955 ist die Selbstversorgerhütte im Besitz der Alpenvereinssektion St. Pölten. Das Haus wird von dessen Funktionären liebevoll betreut (Anfang Mai bis Ende Oktober, nur an Wochenende) und bietet 35 Schlafplätze. Im Sommer vorbeischauen lohnt sich ob der Schmankerln, die hier geboten werden, und des wahren Wanderparadieses ringsum.

Schwierigkeiten:
Für Schneeschuhgeher eine sehr lange Tour, allerdings ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Da man meist alleine unterwegs ist, wird man sich den Weg mitunter selbst suchen müssen, da die Markierung hin und wieder erhebliche Löcher aufweist.
Lawinengefahr: Am markierten Weg keine, allerdings ist darauf zu achten, dass man vom Waldkamm nicht abtriftet. Die Hänge sind mitunter so steil, dass es hier sehr wohl bei ungünstigen Verhältnissen lawinös sein kann.
Höhenmeter: Etwa 850 in Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit: ca. 7 Stunden
Beste Jahreszeit: Außer im tiefsten Winter jederzeit möglich
Kinder: Nicht geeignet
Hund und Katz': Nicht geeignet
Ausrüstung: Pack-Checkliste
Einkehrmöglichkeiten:

Keine

Karte: Freytag & berndt "Wanderatlas Wienerwald"